03. Die Stadtverwaltung und die diskriminierende Scharia

August 22, 2010

مونشنغلادباخ

Мьонхенгладбах

מנשנגלדבך

Mönchengladbach

Gabi Schmidt

Mönchengladbach

Gleichstellungsbeauftragte

Brigitte Brouns

Mönchengladbach

Mönchengladbach, 09.08.2010

»Frauen in Mönchengladbach …

gesund * abgesichert * interkulturell * gewaltfrei * Leben!«

Offener Brief

Sehr geehrte Frau Brouns,

am 02. Oktober 2009 erlebten wir in den Räumen der Hochschule Niederrhein, Fachbereich Soziale Arbeit, eine zukunftsweisende, hervorragend besetzte und in Kooperation mit der Gleichstellungsstelle der Stadt Mönchengladbach organisierte Fachtagung mit dem oben zitierten Titel. Dieses Leitbild sollte uns auch 2010 eine Herausforderung sein.

Vor wenigen Tagen haben Sie und die Mitglieder des Stadtrats einen offenen Brief von uns erhalten, in dem wir gegen den Bau der „Islamschule“ in Eicken protestiert haben.

Sicherlich soll es das Ziel der Politik sein, Bürgerinnen und Bürger zu integrieren, jedoch bitte in das Grundgesetz und die kulturelle Moderne, nicht in die religiös begründete Segregation, die Geschlechterapartheid des (islamischen) Fundamentalismus und ins frühe Mittelalter. Unsere Grundrechte, abgeleitet von der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte (Paris 1948), sind universell, unteilbar und nicht verhandelbar. Diese Verfassungsprinzipien stehen nicht zur Disposition. Da gibt es nichts zu diskutieren, und da wird auch kein Dialog mit solchen “Andersdenkenden” gepflegt, die diese Werte und Normen prinzipiell ablehnen und unbedingt abschaffen wollen.(1) Mit Verfassungsfeinden spricht man nicht, auch nicht im Namen der “Toleranz”.

Sehr geehrte Frau Brouns, Sie sollten jetzt öffentlich über den Salafismus informieren.(2) Es handelt sich um eine jugendgefährdende, menschenfeindliche und dezidiert frauenverachtende Strömung des fundamentalistischen Islam, der insbesondere für Migranten der dritten Generation aber auch für junge Deutsche anziehend ist.(3) Ein großer Anteil der nicht muslimisch sozialisierten Bevölkerung, die der “Einladung zum Paradies” auf den Leim zu gehen drohen, ist in der Regel zwischen zwanzig und vierzig Jahre alt. Durch schlechte oder fehlende Schulabschlüsse sowie die allgemein schwierige wirtschaftliche Situation sozial und ökonomisch marginalisiert und von der gesellschaftlichen Teilhabe weitgehend ausgeschlossen, ist es einem hohen Prozentsatz dieser Menschen noch nicht gelungen, in der Gesellschaft sicher Fuß zu fassen. Besteht dann durch angespannte Familienverhältnisse wenig Rückhalt und Zuspruch, ist die Wahrscheinlichkeit einer Sinnkrise groß. Mit seinem manichäischen Schwarz-Weiß-Denken, den einfachen Erklärungsmustern, klaren Regeln, simplen Lösungen und nicht zuletzt durch die scheinbare Aufwertung des verletzten Egos bieten salafistische Netzwerke jungen Leuten, die nach Orientierung, Rechtleitung und Anerkennung suchen, einen aus Sicht der Angeworbenen plausiblen Ausweg aus ihrer Misere an.

Jetzt gehört man zu Allahs auserwähltem Volk und steht als Rechtgläubiger endlich auf der Seite der Gewinner.(4) Das ist jedoch eine fatale Fehleinschätzung. Oft sehr spät erkennen aussteigewillige (neo)muslimische Bürgerinnen und Bürger, dass diese Formen des Fundamentalismus, die es prinzipiell in allen Religionen, auch der christlichen gibt, Individualität, freie persönliche Entfaltung und kritisches Denken verbieten und sanktionieren. Tragfähige Beziehungen zu Familienmitgliedern und Nichtmuslimen sind, solange diese nicht konvertieren, unzulässig, der Kontakt zum früheren Freundeskreis muss abgebrochen werden.(5) Zur Gruppe der muslimisch aufgewachsenen potentiellen “Paradiesjünger” gehören oft genug pubertierende Teenager ebenfalls mit schlechter Sozialprognose, doch selbst Kinder sind bereits “eingeladen” worden.(6) Diese Minderjähigen sind den schönfärbenden Werbeslogans ziemlich schutzlos ausgeliefert. Durch den von den Erwachsenen oft nicht kontrollierten, spielend beherrschten Umgang mit modernen Medien wie Handys, Videos und Internet stoßen sie ungehindert, mehr oder weniger zielgerichtet, auf radikale Inhalte, die sie fasziniert an Freunde weitergeben.

Eltern, die ihre herangewachsenen Kinder in den Fängen von salafistischen Extremisten wissen und die von ihnen nun gemäß der Doktrin gemieden und verachtet werden, leiden wie jene Väter und Mütter, die nicht verhindern konnten, dass zu einer Tochter oder einem Sohn, die auf die zunächst freundlichen, verständnisvollen Werber von Sekten, Neonazis oder anderen politischen Radikalen hereingefallen ist, kein Kontakt mehr besteht.(7), (8) Deshalb brauchen wir für den Islamismus ähnliche Aussteigerprogramme wie für Sekten und Neonazis.

Bei den beiden Vereinen Einladung zum Paradies und Masjid as-Sunnah, sie sind längst personell und ideell identisch, handelt es sich um rückwärtsgewandte politreligiöse Strömungen. Einem derartigen Verein eine “Sondergenehmigung” für seine Da’wa (islamische Missionsarbeit) zu geben ist inakzeptabel. Wer aktiv dazu beiträgt oder nicht wenigstens ächtet, dass Frauen im Namen der Religion geschlagen werden dürfen, wer Schriften und anderes Lehrmaterial, dass die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien auf der Verbotsliste führt, weiterhin auslegt und besitzt, Texte, die beraten, wie das Prügeln so anzustellen ist, dass keine Spuren hinterlassen werden,(9) wer neun- bis zwölfjährige Kindbräute,(10) teilweise schwanger,(11) für praktizierte Frömmigkeit hält, seinen Frauen erklärt, Burka und Niqab seien eine religiöse Kleidungspflicht (ganz ehrlich, unter solchen Bedrohungsszenarien würde auch ich behaupten, meine Gesichts- oder Ganzkörperverschleierung freiwillig zu tragen) und wer Demokratie für Kufr(12) und Wahlen für Schirk(13) erachtet, der hat in keiner freiheitlich demokratischen Stadt Werbeveranstaltungen, Vorträge oder Seminare durchzuführen.(14), (15), (16), (17)

Auch die Freiheit der Lehre gilt nicht unbegrenzt und hat die Rahmenbedingungen der Verfassung und der allgemeinen Gesetzgebung zu respektieren und einzuhalten. Feinde der Demokratie bekommen keine “Sondergenehmigung”, die Verfassung außer Kraft zu setzen.

Sehr geehrte Frau Brouns, wir appellieren an Sie als Frau, Bürgerin der Stadt und Amtsträgerin mit der wichtigen Aufgabe, für die Verfassungsprinzipien des Artikel 3 GG zu werben und diese durch das Allgemeine Gleichstellungsgesetz zu gewährleisten: Tragen Sie dazu bei, dass eine solche misogyne und demokratiefeindliche Gruppe keinen Infotisch aufstellen oder ähnliche Aktivitäten im öffentlichen Raum sowie in städtischen Einrichtungen durchführen darf, damit „Frauen in Mönchengladbach“ wirklich „gesund, abgesichert, interkulturell und gewaltfrei“ leben. Das Betreiben eines Kindergartens, der unsere Kinder nach antiaufklärerischen und gegendemokratischen Weltanschauungen erzieht, ist keinem Verein zu gewähren, auch für Muslime gilt das Grundgesetz.(18)

Klären Sie Eltern und junge Menschen unserer Stadt Mönchengladbach über solche fundamentalistischen Gruppen beispielsweise durch Informationsveranstaltungen, Projekttage und Druckschriften auf. Schon mehrfach sind Veranstaltungen des bekannten salafistischen Predigers Pierre Vogel, in die Schweiz durfte er im Dezember 2009 nicht einreisen,(19) ebenfalls vom Verfassungsschutz beobachtet und ein häufiger Gast in der Masjid As-Sunnah, in anderen Städten verhindert worden.(20), (21) Warum nicht auch in Mönchengladbach.

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin

Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH)

(1) Schwäbisches Tagblatt vom 05.12.2007 – »Kein zweites Mal! OB Palmer wendet sich an Islamischen Verein« – (Die Geschlechtertrennung beim Auftritt des islamischen Predigers Pierre Vogel in der Hepper-Halle hatte am Montag ein Nachspiel im Gemeinderat. Dabei versprach OB Boris Palmer: „So etwas dulden wir kein zweites Mal.“) Südwest-Presse Baden-Württemberg vom 06.12.2007 – »Scharf missbilligt« – (Empört hat der Städtetag Baden-Württemberg auf die Geschlechtertrennung reagiert, die der Islamische Verein Tübingen bei einer Veranstaltung mit dem Prediger Pierre Vogel durchgesetzt hat. Den Saal in der städtischen Hepper-Halle durften Frauen am 25. November nur durch einen besonderen Eingang betreten, außerdem wurden sie auf “Frauenplätze” im hinteren Bereich verwiesen. Städtetags-Sprecher Manfred Stehle sieht durch diese Regelung Mädchen und Frauen diskriminiert)

http://tuelpds.twoday.net/stories/4506237/

(2) Innenministerium Nordrhein-Westfalen »Salafismus – Entstehung und Ideologie. Eine Analyse der Ideologie durch den Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen«, Düsseldorf Juli 2009

http://www.im.nrw.de/sch/doks/vs/Salafismus.pdf

(3) Verfassungsschutzbericht Baden-Württemberg 2009, Pressefassung, Stand: 23.03.2010, Seite 17, Kapitel B Islamischer Extremismus und Terrorismus 1.3 Dawa-Arbeit

http://www.sicherheitsforum-bw.de/x_loads/vsbericht_bw_2009.pdf

(4) »biz« Die Mitgliederzeitschrift der GEW Berlin Nr. 11 / 2009: »Deutschenfeindlichkeit in Schulen« „Unsicherheit aber kollidiert mit den traditionellen Überlegenheitsgefühlen vieler Muslime, ihrer Vorstellung dem einzig wahren, ursprünglichen Glauben anzugehören

https://www.gew-berlin.de/blz/19635.htm

(5) al-walāʾ wa ʾl-barāʾa, Muslimsolidarität bei Meidung der Nichtmuslime und ihrer Verhaltensweisen. Wikipedia.

http://de.wikipedia.org/wiki/Al-wala%27_wa-l-bara%27

(6) RP-online vom 06.08.2010 »Islamisten werben Jugendliche an« – “eine Mönchengladbacher Ärztin … ein Mann in traditioneller muslimischer Kleidung in ihrem Wartezimmer. … Die Visitenkarte vom Verein “Einladung ins Paradies” (EZP), die der Mann dem Zwölfjährigen zusteckte, nahm sie an sich. “Ich wollte sehen, was für ein Verein dahintersteckt”, sagt sie. Am Abend fand sie im Internet heraus, welche radikalen Ansichten die Mitglieder vertreten.”

http://www.rp-online.de/niederrheinsued/moenchengladbach/nachrichten/Islamisten-werben-Jugendliche-an_aid_890623.html

(7) Hisba (ḥisba), Wikipedia.

http://de.wikipedia.org/wiki/Hisbah

(8) Meidung, Wikipedia.

http://de.wikipedia.org/wiki/Meidung

(9) WELT-online vom 20.01.2010 »Polizei stellt frauenfeindliche Islam-Bücher sicher« „Schlagen, ohne zu verletzen, Knochen zu brechen, blaue oder schwarze Flecken auf dem Körper zu hinterlassen, und unter allen Umständen vermeiden, ins Gesicht zu treffen. … Diese Behandlung habe sich für „kontrollierende oder führende Frauen“ als ebenso wirksam erwiesen wie bei unterwürfigen Frauen: „Diese Frauen genießen es, geschlagen zu werden.“ … Pierre Vogel (Abu Hamza) … Sven Lau (Abu Adam) und Muhammed Ciftci (Abu Anas) von der Islamschule in Braunschweig

http://www.welt.de/politik/deutschland/article5921859/Polizei-stellt-frauenfeindliche-Islam-Buecher-sicher.html

(10) Pierre Vogel, Wikipedia.

http://de.wikipedia.org/wiki/Pierre_Vogel

(11) »Zwölfjährige bekam in Zwangsehe ein Baby« – Es ging um eine Elfjährige, die hier mit ihrem 22-jährigen Ehemann lebte. Das Paar meldete sich sogar mit Heiratsurkunde an. Am Mitwoch sollte sich der Grieche Hassan N. (damals 20, heute 22) vor Gericht verantworten, weil er eine 12-Jährige geschwängert hatte. … An der griechischen Grenze zur Türkei werden Minderjährige (ein altes Gesetz erlaubt dies) mit Zustimmung der Eltern verheiratet.

http://www.express.de/regional/duesseldorf/zwoelfjaehrige-bekam-in-zwangsehe-ein-baby/-/2858/705568/-/index.html

(12) Kufr, Wikipedia.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kufr

(13) Schirk, Wikipedia.

http://de.wikipedia.org/wiki/Schirk

(14) Koran; Sure 4:34, Khouri nach Uthmani: “Die Männer haben Vollmacht … Ermahnt diejenigen, von denen ihr Widerspenstigkeit befürchtet, und entfernt euch von ihnen in den Schlafgemächern und schlagt sie.“

http://www.al-quran.info/?x=y#&&sura=4&aya=34&trans=de-theodor_khoury&show=both,quran-uthmani&ver=2.00

(15) Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württemberg 08/2009 »Indiziertes Buch liegt an Informationsständen und bei Vorträgen in Baden-Württemberg aus« – Das Buch „Frauen im Schutz des Islam” von Abd ar-Rahman Asch-Schiha … befindet sich auf der Liste der jugendgefährdenden Medien. In dem Buch wird das Schlagen der Ehefrau „zu Erziehungszwecken” erlaubt. … Es lag sowohl an den Informationsständen über den Islam in Pforzheim am 14. Februar und 4. April 2009 als auch bei Vorträgen von Pierre VOGEL am 25. November 2007 in Tübingen und am 11. Juni 2009 in Stuttgart-Wangen zur Mitnahme aus. Es wurde ebenfalls in einem im Mai 2008 gesicherten Videofilm von Pierre VOGEL empfohlen.

http://www.verfassungsschutz-bw.de/index.php?option=com_content&view=article&id=921:082009-indiziertes-buch-liegt-an-informationsstaenden-und-bei-vortraegen-in-baden-wuerttemberg-aus&catid=144:allgemeines&Itemid=244

(16) »Fatwa zu der Frage, ob eine Muslima im Land der Ungläubigen ihren Gesichtsschleier ablegen darf« – “Die Vorschriften Allahs gelten sowohl in den Ländern der Ungläubigen, als auch in den islamischen Ländern. Selbst wenn die Frau sich [durch diese Regel] aufgrund der Reaktion ihrer Umwelt unwohl fühlen sollte, muss sie sich verschleiern. Sie muss dabei an ihre [göttliche] Belohnung denken.”, bei: ifi Institut für Islamfragen, 20.02.2010

http://www.islaminstitut.de/Anzeigen-von-Fatawa.43+M546f51abd88.0.html

(17) »Tawhid Ikhlas« Der Shirk der Wahlen. Der Shirk des Urteilsgesuchs bei einem Kufr-Gericht. Der Kufr der Loyalitätserklärung.

»Der Shirk der Wahlen«

http://tawhidikhlas.info/index.php/2010/03/28/der-shirk-der-wahlen

»Der Shirk des Urteilsgesuchs bei einem Kufr-Gericht«

http://tawhidikhlas.info/index.php/2010/04/11/der-shirk-des-urteilgesuchs-bei-einem-kufr-gericht

»Der Kufr der Loyalitätserklärung«

http://tawhidikhlas.info/index.php/2010/04/02/der-kufr-der-loyalitaetserklaerung

(18) Mönchengladbacher Schariafreunde wollen Kleinkinder segregierend beeinflussen, YouTube: »Masjid As Sunnah Mönchengladbach – Erster muslimischer Kindergarten«

http://www.youtube.com/watch?v=hUIJobnAROs

(19) WELT-online vom 12.12.2009 » Schweizer Grenzer weisen Islamprediger Vogel ab« – “Der Versuch, nachts die Grenze zu überqueren, scheiterte an den Schweizer Grenzbeamten. … Vogel wollte nach Behördenangaben in Begleitung mehrerer Personen am Autobahnzoll Weil am Rhein in die Schweiz einreisen. Der 31-jährige … predigt vor allem vor jüngeren Leuten, die er ebenfalls zum Übertritt auffordert. Er tritt unter anderem für das islamische Recht, die Scharia, ein.”

http://www.welt.de/politik/deutschland/article5507657/Schweizer-Grenzer-weisen-Islamprediger-Vogel-ab.html

(20) Wiesbadener Kurier vom 27.01.2010 – »Stadt Wiesbaden verteidigt Integrationsvereinbarung – Moschee lädt Prediger aus«

http://www.wiesbadener-kurier.de/region/wiesbaden/meldungen/8294320.htm

(21) General-Anzeiger vom 20.02.2010 – Dagmar Blesel: »Keine Predigt im Brückenforum« – Der nicht unumstrittene Prediger Pierre Vogel, der 2001 zum Islam konvertiert ist, darf nicht im Brückenforum sprechen.

http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=loka&itemid=10490&detailid=702565

Brigitte Brouns

Gleichstellungsstelle der Stadt Mönchengladbach

Sehr geehrte Frau Schmidt,

ich bedanke mich für Ihren Offenen Brief, den sie mir in meiner Funktion als Gleichstellungsbeauftragte zugesandt haben. Ihre Besorgnis zur Einstellung des Vereins “Einladung zum Paradies” Frauen gegenüber der dem Art. 3 GG widerspricht, teile ich. Dies ist auch ein Grund für die Aktivitäten des Verfassungsschutzes. Der Presse von heute ist zu entnehmen, dass die Landtagsabgeordneten aus Mönchengladbach das Thema unter dem Aspekt des “verfassungsfeindliches Handeln” in den Landtag einbringen wollen. Sollte es gelingen, würde eine große Öffentlichkeit mit dem Ziel der Aufklärung erreicht und ggf. mit der Verpflichtung des politischen Handelns.

Innerhalb der Stadt Mönchengladbach steht die Gleichstellungsstelle in einem Austausch mit den zuständigen Stellen und hat insbesonders dem gesetzlichen Auftrag die Benachteiligung von Frauen zu verhindern im Blick.

Den Ausführungen entnehmen Sie, dass die Gleichstellungsstelle versucht die Inhalte der Veranstaltung vom 02.10.09 “Frauen in Mönchengladbach…. gesund* abgesichert * interkulturell * gewaltfrei * Leben!” auch im Arbeitsalltag umzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Brigitte Brouns, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Möncehngladbach

Gabi Schmidt, Limitenstraße 31, 41236

Mönchengladbach, 22.08.2010

Sehr geehrte Frau Brouns,

vielen Dank für Ihre Antwort auf meinen offenen Brief vom 13.08.2010.

Den Umzug der so genannten Islamschule nach Mönchengladbach in den Landtag einzubringen, um zu erfragen, welche Informationen der Landesregierung über Bestrebungen, Lehrinhalte sowie Ziele der fusionierten Vereine Masjid as-Sunnah und Einladung zum Paradies vorliegen, befürworten und unterstützen sicherlich viele Bürger als ersten Schritt in die richtige Richtung.

Doch Ihrer Ansicht, dass mit der vorgesehenen Aussprache im Plenum eine große Öffentlichkeit mit dem Ziel der Aufklärung erreicht und die Regierung gegebenenfalls zu politischem Handeln verpflichtet werde, schließt sich die Mehrheit der Mönchengladbacher nicht an, dessen bin ich mir sicher. Ob es den Abgeordneten überhaupt gelingt, die Aktivitäten der Gruppe auf die Tagesordnung des Landtags zu setzen, ist fraglich und auch an der bisher praktizierten Hinterzimmerpolitik seitens der Mönchengladbacher Stadtverwaltung und des Landtags wird sich so schnell nichts ändern. Kein Informationskrümel wird ohne massiven politischen Druck durch die Bevölkerung an die Öffentlichkeit dringen. Funktionsträger aus Politik, Sozialarbeit und Kirche sowie Einzelpersonen ohne exponierte soziale Rolle sollten nun eng zusammenarbeiten, damit jeder seinen Anteil dazu beitragen kann, die offene Gesellschaft und unser Recht auf Information zu verteidigen und einzufordern.

Mit der Initiative der Mönchengladbacher Abgeordneten, der geplanten Diskussion über den Verein und seine so genannte Schule unter dem Aspekt des verfassungswidrigen Handelns und der vagen Andeutung zur politischen Handlungsverpflichtung der Landesregierung geben sich die Menschen nicht zufrieden. Nicht nur die Eickener sind über die Geheimniskrämerei der Verwaltung bezüglich der gegenwärtigen und zukünftigen Baupläne des Vereins Einladung zum Paradies sehr aufgebracht. Wähler haben ein Recht darauf zu erfahren, warum der Verfassungsschutz sich mit Nachbarn beschäftigt, mit denen sie Tür an Tür leben müssen. Die Demonstranten fragen nach Informationsmaterial, Beratungsangeboten, Ausstiegsprogrammen und wollen wissen, ob die fundamentalistische Organisation um Sven Lau, Pierre Vogel und Mohammed Ciftci, die beispielsweise so offensichtlich gegen die Grundsätze der negativen Religionsfreiheit und die Gleichstellung und Gleichbehandlung von Frau und Mann verstößt, einen Kindergarten eröffnen und Jugendarbeit betreiben darf.

Am Montagabend, dem 16.08.2010, trafen sich bis zu 300 Bürger auf dem Eickener Marktplatz, um für unseren säkularen, freiheitlich demokratischen Rechtsstaat und universelle Menschenrechte zu demonstrieren. Dazu gehört auch, über Ereignisse und Entwicklungen, die sich auf unseren Alltag auswirken, aufgeklärt zu werden. Unsere Bürger und Nachbarn sowie unsere Kinder und Jugendlichen haben einen Rechtsanspruch auf Schutz vor Extremismus und dessen Folgen, um welche Variante von Radikalismus es sich auch immer handeln mag. Unsere Lebensqualität, unsere soziale, ökonomische und körperliche Sicherheit sowie die Lern- und Entwicklungschancen unserer jungen Menschen sollten im Mittelpunkt der Bemühungen unserer politischen Vertreter stehen, unabhängig von Religion oder Weltanschauung, Ethnie oder Herkunft, Deutschstämmigkeit, Einbürgerung oder ausländischer Staatsbürgerschaft, Geschlecht oder sexueller Orientierung.

Die Verfassung gilt für alle in der Bundesrepublik Deutschland lebenden Menschen. Eine Untergliederung in ethnoreligiöse Kollektive nach indonesischem oder leider auch griechischem Vorbild, eine Rechtsspaltung in Grundgesetz und Scharia, lehnen die Mönchengladbacher ab. Die Auswirkungen dieser fundamentalistisch-islamistischen Strömung auf die offene Gesellschaft, ihre antidemokratischen und antiemanzipatorischen politischen Ziele, ihre Lebensführungsdiktatur und tödliche Bedrohung für alle Abweichler unterschätzt der Integrationsminister offensichtlich gewaltig, sein unpassender, faktenferner Vergleich „Die Salafisten haben aber mit dem Islam so viel zu tun wie die Moonsekte mit dem Christentum“ beweist bestenfalls die Uninformiertheit des Fachministers. Auf eine derartige „Aufklärung“ kann Nordrhein-Westfalens Bevölkerung verzichten.

Dem Bericht des Verfassungsschutzes NRW von Juli 2009 ist eindeutig zu entnehmen, dass die Bewegung der Salafiyya (und der Wahhabiyya) ihren gesamten Alltag striktestens nach dem Propheten Mohammed (Muhammad) und ‘den frommen Altvorderen der ersten drei Generationen‘ sowie nach Koran und Sunna (Scharia (1)) ausrichtet. Die Anhängerinnen und Anhänger dieser Glaubensrichtung praktizieren somit den Ur-Islam, dessen Leitlinien sich nach salafistischer Auffassung auch heute noch jeder Muslim bedingungslos zu unterwerfen hat. Jede andere Interpretation ist dementsprechend eine Verfälschung der reinen, wahren Lehre, Demokratie und Gleichberechtigung sind deshalb nicht zu tolerierender Kufr (Unglauben (2)).

Muhammed Ciftci ist 1973 in Braunschweig als Sohn eines hohen Milli Görüs Funktionärs geboren worden. Von 1992 bis 1994 war er im bosnischen Bürgerkriegsgebiet als Sozialarbeiter der IHH tätig. Diese islamistische Organisation wurde am 12. Juli 2010 von Bundesinnenminister de Maizière verboten (3), weil sie in großem Stil als humanitäre Hilfe deklarierte Spendengelder entweder direkt an die Hamas überwiesen oder aber mit diesem Geld weitere antisemitische Gruppierungen unterstützt hatte, die mit der international agierenden palästinensischen, aus der Muslimbruderschaft hervorgegangenen Terrororganisation zusammenarbeiteten, um ihren gemeinsamen Erzfeind Israel zu vernichten (4). Entscheidungsbefugt für die Lenkung der Finanzströme waren ehemalige bzw. im Amt befindliche Funktionäre der islamistischen Organisation Milli Görüs (IGMG), der vom Verfassungsschutz beobachteten Vereinigung, in der auch Ciftcis Vater eine leitende Position inne hatte.

Die engen persönlichen Beziehungen zu dieser international agierenden, einflussreichsten türkischen Bewegung des politischen Islam sind deshalb interessant, weil der Braunschweiger Deutschtürke an der Islam-Universität in Medina die Rechtswissenschaften von Scharia und Fiqh studierte und von mehreren hochgeachteten Scheichs eine Lehrbefugnis erteilt bekam. Ciftci ist damit eine Autorität der hanafitisch geprägten Madhhab, der am weitesten verbreiteten Rechtsschule, der heute knapp 45 % der Sunniten weltweit angehören und nach der sich auch die meisten Deutschtürken in der BRD orientieren (5).

Der Scheich und sein umstrittenes „Lehrinstitut“ ist daher kein Eickener und auch kein Mönchengladbacher Problem. Bei den Dawa-Tourneen des Predigers erleichtert ihm der deutsch-türkische Migrationshintergrund als Landsmann, Glaubensbruder und Muttersprachler den Zugang zur größten Gruppe muslimisch sozialisierter Zuwanderer in der BRD. Der taktisch und logistisch klug gewählte Sitz der „Schule“ im deutsch-niederländisch Grenzgebiet ist für die muslimisch geprägten Bevölkerungsgruppen aus den Niederlanden und Belgien, meist Zuwanderinnen und Zuwanderer aus Marokko, Indonesien und der Türkei, leicht zu erreichen. Das Online-Fernstudium, das Abu Anas, wie sich der Mönchengladbacher Neuzugang auch nennt, bietet dem zertifizierten Gelehrten die Möglichkeit, ohne großen Zeitverlust und Energieaufwand einfach per Mouseclick weltweit Millionen Schüler zu erreichen. Diesen Sachverhalt gilt es vor allem wegen der über 350.000.000 hanafitisch geprägten Menschen zu bedenken, die einem durch mehrere anerkannte saudische Gelehrte ausgezeichneten Scheich (Lehrbefugnis) ihrer Rechtsschule absoluten Gehorsam schulden. Wie Sie diesen Ausführungen entnehmen, ist Eicken, ist Mönchengladbach überall, Ciftcis Einfluss ist nicht lokal, sondern international.

Nachdem Sie uns darüber informiert haben, was die Mönchengladbacher Landtagsabgeordneten (männlich) zu unternehmen gedenken, um ihrem Mandat entsprechend, die Interessen ihrer Wähler zu vertreten, fragen wir Sie erneut, sehr geehrte Frau Brouns, wie Sie und Ihre Dienststelle dem gesetzlichen Auftrag nachkommen wollen, dafür Sorge zu tragen, dass alle Frauen und Mädchen in Mönchengladbach, auch die Salafistinnen, gleiche Partizipations- und Entwicklungschancen haben und gesund, abgesichert, interkulturell und gewaltfrei leben dürfen (6).

Menschenrechte, Frauenrechte sind universell, unteilbar, unverhandelbar und ewig. Für das Frauenwahlrecht, die Zulassung zu Beruf, Studium und Geschlechtergerechtigkeit, kämpfen Frauenrechtlerinnen bis heute. Der Zivilcourage und dem Durchsetzungsvermögen von Helene Weber, Elisabeth Selbert, Frieda Nadig und Helene Wessel verdanken wir den Grundsatz im Art. 3 GG: Frauen und Männer sind gleichberechtigt. Welche Maßnahmen will die Gleichstellungsstelle ergreifen, um dieses Prinzip, an das so viele Rechte und Zukunftschancen geknüpft sind, nicht durch fundamentalistische Strömungen aushöhlen zu lassen? Gibt es entsprechende Konzepte oder Projekte? In welchem zeitlichen Rhythmus findet der von Ihnen erwähnte Austausch mit involvierten Stellen der Stadt Mönchengladbach statt, welche Ämter und Institutionen sind beteiligt? Mit welchen innerstädtischen und auswärtigen frauenspezifischen Organisationen ist die Gleichstellungsstelle Mönchengladbach vernetzt?

Haben Sie eine Stellungnahme zur Organisation Einladung zum Paradies / Islamschule verfasst, die sich besonders mit dem korantreuen Frauenbild auseinandersetzt? Werden Sie als Leiterin Ihrer Dienststelle die Landespolitiker dabei unterstützten, eine Anfrage „verfassungsfeindliches Handeln“ in das Landesparlament einzubringen, beispielsweise indem Sie auf die ohnehin schwierige ökonomische und soziale Lebenslage von Frauen in unserer Stadt durch entsprechendes Informationsmaterial hinweisen? Haben Sie beispielsweise am Montag, dem 16.08.2010, am Protest der Bürger auf dem Eickener Marktplatz teilgenommen, die nicht zuletzt für die Rechte aller Frauen auf die Straße gegangen sind und haben Sie dort mit Betroffenen gesprochen? Kennen Sie ihre Sorgen? Wären Sie bereit, mit der sich gründenden Bürgerinitiative über die frauenpolitisch relevanten Aspekte des fundamentalistischen Islam zu diskutieren?

Mit freundlichen Grüßen

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin und Gleichheitsfeministin

(1) Christine Schirrmacher: »Frauen unter der Scharia«, bei: Bundeszentrale für politische Bilödung (BpB)

http://www.bpb.de/publikationen/VWBAUH,0,Frauen_unter_der_Scharia.html

(2) At-Tawhid wal-Ikhlas: Der Kufr der Loyalitätserklärung

http://tawhidikhlas.info/index.php/2010/04/02/der-kufr-der-loyalitaetserklaerung

„Wer sich zur der ‘freiheitlich demokratischen Grundordnung‘ des Grundgesetzes (was ihr Tāghūt ist) bekennt (wie unter 2.1), erklärt damit, dass er das Grundgesetz der Demokratie als für sich legitim und rechtmäßig ansieht, was klarer Kufr ist. Denn sich zu einem anderen Gesetz als das Allāhs zu bekennen, ist Shirk bi-Allāh, Beigesellung, Verstoß gegen das Prinzip des Eingottglaubens im Islam …“.

(3) Bundesinnenminister Dr. de Maizière verbietet Hamas Spendenverein. Pressemitteilung vom Bundesministerium des Innern (BMI), 12.07.2010

http://www.pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?aktion=jour_pm&r=417592

(4) Hamas (Ḥarakat al-muqāwamat al-islāmiyya, Islamische Widerstandsbewegung)

http://de.wikipedia.org/wiki/Hamas

(5) »Kurzbiographie von Muhammed Seyfudin Çiftçi Abu Anas«

http://www.abuanas.de/index.php/biographie.html

…Im Rahmen seines Studiums fertigte er in Arabischer Sprache Ausarbeitungen in den Fächern Fiqh nach der Madhab Hanafia, in Usul Fiqh al Qiyas sowie in Qada, dem islamischen Rechtssystem an.

(6) »Das fordern die Mönchengladbacher Salafisten von Ehefrauen«, Rheinische Post, August 2010

http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/Das-fordern-die-Moenchengladbacher-Salafisten-von-Ehefrauen_bid_57442.html

Eicken und der Salafismus

November 17, 2010

السلفية

as-salafīya

Leben wie die rechtschaffenen Vorfahren

Salafismus

Genau den verwehenden Fußspuren des Propheten Muḥammad und der rechtschaffenen Altvorderen (as-Salaf aṣ-Ṣāliḥ) nachfolgend

Salafismus als organisierte Verweigerung der universellen Menschenrechte. Dieser Text führt den historischen Schwerpunkt von WAS IST SALAFISMUS (Teil 1, von Gabi Schmidt, Text in Kürze an dieser Stelle) weiter.

Von Edward von Roy, Mönchengladbach, 17.11.2010

Inhalt

1. Verstoße alles Nichtislamische und halte dich den Ungläubigen fern! Das geheiligte und heilssichernde Verhalten der Meidung, al-Barāʾa

2. Das islamisch korrekte Verhalten durchsetzen, bei Bedarf mit Gewalt: Ḥisba

3. Frommheit oder Frevel? Tauhid oder Schirk?

4. Der Taghut, der Götze

5. Das salafistische Doppelprogramm: »Reinigen und Erziehen« (at-Taṣfīya wat-Tarbīya)

6. Rebellische Inseln kultureller Gegenmoderne. Salafismus als Verweigerung der universellen Menschenrechte

7. Die postmodernen Erklärer des Weges: Mit Abdullhi Ahmed an-Na’im, Mathias Rohe und Mustafa Cerić in die religiös begründete Rechtsverschiedenheit einziehen

1. Verstoße alles Nichtislamische und halte dich den Ungläubigen fern! Das geheiligte und heilssichernde Verhalten der Meidung, al Barāʾa

Was wörtlich »Solidarität und Abkehr« oder »Loyalität und Lossagung« heißt, »al-walāʾ wal-barāʾa«,(1) meint die engagierte Muslimsolidarität in Verbindung mit der spürbar umzusetzenden Auffassung, alles Nichtislamische als beliebig beziehungsweise als unsittlich zu bewerten, als unbedeutend, unmoralisch oder sogar als teuflisch.

Im Gespräch mit Vertretern des orthodoxen Islam bzw. des politischen Islam ist genannte Einschätzung, das alles, was nicht „islamisch“ ist, letztlich unbedeutend, schlicht nicht wichtig ist, für einen Nichtmuslim oder einen säkularen Muslim immer wieder zu spüren. Aussteiger aus dem orthodoxen oder radikalen Islam, beispielsweise Ex-Muslime,(2) sind dieser Haltung, die manch ein weltbürgerlich oder wissenschaftlich denkender Mensch als arrogant beziehungsweise als kulturrassistisch bezeichnen möchte, mit derselben Verblüffung oder Verärgerung ausgesetzt wie sogenannte Nichtmuslime.

Bereits an dieser Stelle wird spürbar, dass es beim Thema Islam um wesentlich mehr geht als um den Religionsbegriff von Artikel 4 des deutschen Grundgesetzes. Die von den multikulturalistisch orientierten Verfechtern des „Dialogs der Religionen“ und vor allem des „Dialogs mit dem Islam“ nicht anders als von den Parteigängern der Scharia (aš-Šarīʿa, totalitäres koranbasiertes Gesetz) fahrlässig in Kauf genommene oder bewusst angesteuerte Aufteilung der Staatsbevölkerung und Stadtbevölkerung in ethnoreligiöse Kollektive dürfen wir nicht hinnehmen: In Europa, Deutschland oder Mönchengladbach leben Bürger, keine Christenbürger und Moslembürger, unsere Gesetze und Verordnungen regeln das friedliche Zusammenleben, nicht die Zuweisung in Hölle und Paradies.

Unsere Zukunft möchten wir freiheitsliebenden Bürger, unter uns sind selbstverständlich auch bekennende Muslime, weder im Europakalifat noch in einer regionalen Dhimmitude verbringen, Polygamie (Polygynie, Vielweiberei) und Kindbraut müssen illegal bleiben oder werden. In der griechischen Region Komotiní werden, leider völlig legal, dreizehn- oder elfjährige Mädchen nach Maßgabe der Scharia verheiratet und tauchen als elfjährige schwangere Braut mit ihrem 22-jährigen Ehemann in der nordrhein-westfälischen Hauptstadt auf.(3)

Michael Kreutz erklärte diese islamisch begründete Rechtsspaltung im griechischen Familienrecht:(4)

Arrangierte Ehen, ohne dass die Brautleute sich vorher zu Gesicht bekamen; zwölfjährige Kinder, die zwangsweise verheiratet werden; Frauen, die nicht wissen, dass sie ein Recht auf Scheidung haben und die im Falle einer Scheidung das Sorgerecht an ihren geschiedenen Mann verlieren – allesamt Phänomene, die dort auftreten, wo die Scharia herrscht. …

Als die zwölfjährige Samiha aus dem thrakischen Komotiní vergangenen März mit einem Glaubensgenossen verheiratet wurde, der in Deutschland lebt, zeigte sich wieder einmal die Unvereinbarkeit des Alltags griechischer Muslime mit der europäischen Gesetzgebung, die die Heirat Minderjähriger verbietet. … Der deutsche Grenzbeamte, der ihre Papiere kontrollierte, wollte nicht glauben, dass ein zwölfjähriges Mädchen verheiratet sein könnte.

Großmufti Al asch-Schaich ist der höchstrangige Rechtsgelehrte Saudi-Arabiens und bestätigt die Gültigkeit der islamischen Kinderverheiratung.(5) Wir erinnern uns, dass Abu Hamza (Pierre Vogel) und Abu Anas (Muhamed Seyfudin Ciftci) in Saudi-Arabien die Scharia studiert haben.

Zum Recht des muslimischen Mädchens auf eine Ehe stellt Abd al-Aziz bin Abdullah Al asch-Schaich fest:

Oft hören wir in den Medien die Frage nach der Verheiratung Minderjähriger. Dazu ist zu sagen, dass die Scharia der Frau kein Unrecht zufügt. Zu sagen, eine Frau unter 15 Jahren könne nicht heiraten, ist schlicht falsch. Sobald ein Mädchen zehn oder zwölf Jahre alt geworden ist, kann sie zur Verheiratung ausgewählt werden, und wer auch immer jetzt denkt, sie sei zu jung, liegt falsch und fügt dem Mädchen eine Ungerechtigkeit zu.

Ob Hans-Gert Pöttering und Horst Köhler (der Islam als eine „im Kern friedliche Religion“) oder ob Christian Wulff („Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland“, 03.10.2010) der Ansicht sind, Großmufti asch-Schaich habe den Islam falsch verstanden?

Der Islam von Scharia und Fiqh (Sakraljurisprudenz), und einen anderen Islam gibt es leider erst in dürftigen und bedrohten Anfängen, der Islam als nicht in Frage zu stellende Welterklärung, repressive Wohlverhaltensdoktrin und als ein vollständiges Konzept der juristischen Theorie und Praxis ist in die kulturelle Moderne nicht integrierbar, weil er unbedingt frauenfeindlich, phantasiefeindlich, unwissenschaftlich und totalitär ist. Der Islam selbst versteht sich als jenseitszentriert, letztliche Bedeutung hat nicht das Diesseits (ad-dunyā), sondern das Jenseits (al-āḫira), haben Hölle und Paradies.

Die der Umma, der muslimischen Weltgemeinde zugeschriebenen Kinder und Jugendlichen sind nach wie vor „zu muslimisieren“ (der Scharia zu unterwerfen), das islamisch korrekte Benehmen und Denken ist ihnen anzudressieren, ein erkennbar „nichtislamisches“ Verhalten oder Empfinden ist ihnen abzutrainieren. Ein typisch muslimischer, kalkuliert einschüchternder Spruch richtet sich an das Mädchen, das ihr Kopftuch verweigert oder nachlässig trägt: „Jedes Haar, was man sieht, verwandelt sich in der Hölle in eine Schlange.“ Katharina Rutschky (1977) bezeichnete repressive Erziehungsmethoden als Schwarze Pädagogik.(6)

Zentrales Dressurinstrument der beim Schambesetzten und Sexuellen ansetzenden innermuslimischen Durchsetzung der Scharia („Schariatisierung“) ist das Bedecken (Hidschab, ḥiǧāb) des weiblichen Körpers, das je nach Radikalität der Verweigerung von Kreativität, Emanzipation und Wissenschaftlichkeit als Kopftuch oder Burka mit Niqab in Erscheinung tritt. Die „islamische Kleidung“ jedenfalls wird zum optischen, sexualisierenden und politischen Abgrenzungsmerkmal der beiden „Sorten Mensch“, der „Muslime“ und der als sittlich minderwertig geltenden „Nichtmuslime“.

Ein politischer Kult, der seiner angeblich die Seele rettenden Doktrin nach allen seinen Angehörigen die universellen Menschenrechte und den ungeschmälerten Zugang zum deutschen Grundgesetz vorenthält, ist in einem freiheitlich bleibenden Staat nicht realisierbar, weshalb die Scharia vernehmlich und glaubhaft außer Kraft gesetzt werden muss, bevor eine Regierung Islamkonferenzen einberuft oder Islamischen Religionsunterricht bzw. universitäre Imamausbildung einrichtet. Diesen Zusammenhang auszusprechen ist überfällig und allein deshalb kein „antimuslimischer Rassismus“, weil Muslime keine Rasse sind. Pierre Vogel und Sven Lau haben die Weltanschauung gewechselt, nicht die „Rasse“.

Vielmehr könnte sich ein fortgesetztes Verschweigen der unüberwindbaren Grundrechtswidrigkeit der Scharia als geeignet erweisen, die Staats- und Stadtbevölkerung ganz im Sinne des muslimischen Separatismus (Muslim separatism)(7) in zwei Glaubensnationen zu zerlegen, was wir im Sinne der universellen Menschenrechte verhindern dürfen.

Wir verteidigen bei unserer Kritik am Islam also weder das „christliche Abendland“ noch den „transatlantischen Westen“, weil die am 10. Dezember 1948 in Paris erklärten Menschenrechte eben gerade nicht „christlich“ oder „atheistisch“ und weder „westlich“ noch „östlich“ sind. Jedes Zurückfallen vor den 10.12.1948 hingegen wäre ein Ausstieg aus dem für alle geltenden Recht und eine Wiedereinführung vormoderner Machtstrukturen, bei dem die Religion der Eltern und Großeltern dem Individuum den Lebenslauf in einer Intensität und Totalität schreibt, die wir nicht wollen.

Die Jugendlichen und die Kinder unter den heute unter uns lebenden so genannten Muslimen müssen dasselbe Recht auf eine autonom gestaltete Biographie haben wie die jungen „Nichtmuslime“. Es ist ein Skandal, wenn die Vorsitzende des örtlichen Integrationsrates in aller Öffentlichkeit das „Recht“ der türkisch-muslimischen Eltern einfordert, ihre Kinder arrangiert zu verheiraten. Statt die Scharia und den organisierten Islam pauschal zu verharmlosen, täten Gülistan Yüksel und Gleichstellungsbeauftragte Brigitte Brouns besser daran, langfristig auch mit den organisierten Ex-Muslimen zusammen zu arbeiten.

Den aufgrund der Fundamentalisierung zu Recht besorgten Mönchengladbacher Bürgern fiel besagte Integrationsratsvorsitzende am 27.08.2010 in der Eickener Mehrzweckhalle durch die Aussage auf, die Anwesenden würden „Öl ins Feuer gießen“.(8) Wohlgemerkt: Wir, die Mönchengladbacher Bürger würden das sprichwörtliche Öl „gießen“, nicht die Freunde von Burka, Scharia und Steinigung.

Gülistan Yüksel will den „Dialog der Religionen“ und möchte „die Ängste der Menschen ernst nehmen“. Was beim „Dialog“ zwischen säkularen Demokraten und Schariafreunden herauskommen soll, verrät uns die Bundesverdienstkreuzträgerin nicht.

Die Speerspitze oder jedenfalls einen der harten Kerne der islamisch begründeten mittelalterlichen Revolte gegen die kulturelle Moderne nennen wir Salafīya (as-salaf, die Vorgänger, Vorfahren, Ahnen). Dieser sich nach den ersten drei muslimischen Generationen nennende „Salafismus“ nutzt die hoch politische Apartheid der Kleidung sowie die (auch durch den textilen Kerker der Burka garantierte) Apartheid des sozialen Kontakts. Islamische Fundamentalisten wollen ihre Mitglieder aus der offenen Gesellschaft aussperren.

Einen ersten Hinweis konnte uns der in der Eickener Straße 164 illegal betriebene Kindergarten der damaligen Masjid As-Sunnah liefern,(9) bei dem die unter Islamisten erwünschte emotionale Fremdheit eingeübt worden ist und bereits die Kleinsten vorübergehend nicht die Chance hatten, mit zwei- bis vierjährigen „Ungläubigen“ beiderlei Geschlechts skeptisch bis neugierig zu streiten, zu reden und vor allem: zu spielen. Am 11.10.2007 warb die Seite Way to Allah für die „Gruppe Salam“:(10)

Erzieherin: Assya Reiners 4 jährige Ausbildung als Erzieherin und Kinderpflegerin mit Berufserfahrung. Helferin: Zara Qouri

Räumlichkeiten: Bastelecke, Ruheraum und Rollenspielecke, Essensabschnitt und Spielecke, Badezimmer, Flur, Küche und ca. 50 qm Frauengebetsraum für größere Aktivitäten.

Die Kinderbetreuung ist keine städtische Einrichtung, jedoch eine Vereininterne Aktivität, an der man durch eine Mitgliedschaft teilnehmen kann.

Für eine spielerische Herangehensweise an das Lernen und an die Welt ist der orthodoxe Islam allerdings grundsätzlich nicht zu haben, denn die Teufel lauern überall und gefährden dein irdisches Wohlergehen und, vor allem wenn du eine Frau bist, deinen sexuellen Anstand. Von einem Weltgefühl und Lebensgefühl der Angst bedrückt, kann man sicherlich nicht gut lernen, weshalb wir von den Moscheegemeinden und Islamverbänden verlangen dürfen, Iblis und Dschahannam (Iblīs wa Ǧahannam, Teufel und Hölle) schleunigst aus dem Lehrprogramm zu werfen, damit der Isam schultauglich wird, „schulreif“.

Das muslimische Meidungsverhalten der geheiligten „Lossagung“ (al-barāa) wird mit der angeblich perfektesten Gebrauchsanweisung für ein gelingendes Leben, mit dem Koran (5:51) begründet:

Ihr Gläubigen! Nehmt euch nicht die Juden und die Christen zu Freunden! Sie sind untereinander Freunde (aber nicht mit euch). Wenn einer von euch sich ihnen anschließt, gehört er zu ihnen (und nicht mehr zu der Gemeinschaft der Gläubigen). Gott leitet das Volk der Frevler nicht recht.

Besonders konsequent ausgelegt wird das Verhalten der Meidung weltweit von den so genannten Salafisten, die sich auf unter Sunniten weltweit hoch angesehene Gelehrte wie den saudischen Großmufti Bin Bāz und (ʿAbd al-ʿAzīz ibn Bāz, 1910-1999)(11) oder Scheich Ṣāliḥ al-Fauzān (* 1933)(12) berufen können.

Scheich Bin Bāz fordert alle Muslime dazu auf, jede etwa vorhandene freundschaftliche Beziehung zu einem Nichtmuslim abzubrechen, die nicht dem Konversionsgeschehen (natürlich zum Islam hin, nicht umgekehrt) dient. Scheich Ṣāliḥ al-Fauzān präzisiert dahingehend, dass jeder Muslim dazu verpflichtet sei, alle Nichtmuslime zu hassen!(13) Mit Scheichs wie al-Fauzān und vermutlich auch Bin Bāz lässt sich das islamische Prinzip »al-walāʾ wal-barāʾa« also durchaus übersetzen als „Lieben für Allah, Hassen für Allah!“ Islamisch begründetes Desintegrieren steht unserem Bemühen um Integration leider entgegen.

Zusammenfassend gesagt: Die islamrechtliche Vorgabe und muslimische Verhaltensnorm »al-walāʾ wal-barāʾa« sichert den Umgang des aus orthodoxer Sicht als sittlich höherwertig geltenden Muslims mit einem Nichtmuslim. Dabei ist eine vorschriftsmäßige muslimische Solidarität mit einem kalten Desinteresse an den Nichtmuslimen und ihren als verachtenswert einzustufenden typischen Verhaltensweisen zu verknüpfen, um das Wohlergehen der Umma, der muslimischen Weltgemeinde, und das persönliche jenseitige Heil zu gewährleisten. Alles, was nicht als „islamisch“ angesehen werden kann, ist, sofern es den Islam nicht bekämpft, unwichtig und zu meiden. Was Islam und Islamexpansion aber im Wege steht, ist zu beseitigen, falls nötig mit Gewalt. Das Recht der Muslime, überall auf der Welt „zum Islam einzuladen“, sprich: für den Islam zu missionieren (daʿwa, Islammission), darf kein Nichtmuslim behindern.

2. Das islamisch korrekte Verhalten durchsetzen, bei Bedarf mit Gewalt: Ḥisba

Islam ist keine Theorie oder nur auf den persönlich-innerseelischen Bereich der Spiritualität beschränkt, sondern öffentlich nachvollziehbare Glaubenspraxis, korrektes Verhalten (Orthopraxie). Die wahre Religion will gelebt werden. Ḥisba bedeutet dabei Schariadurchsetzung und entspricht dem Amt eines Religionspolizisten. Zum Ausüben der Ḥisba ist jeder Muslim verpflichtet, ob als Profi oder Amateur. Jeder Gläubige wird damit zum Sittenwächter. Die Teilnahme am Freitagsgebet ist einem männlichen Muslim vorgeschrieben (sobald eine Freitagsmoschee existiert), und wer den Islam im gottlosen Europa aktivieren will, ist berechtigt, Druck auf den Pflichtvergessenen auszuüben, sobald in Erfahrung gebracht wird, dass der Schludrige Sohn eines muslimischen Vaters ist. Diesen „Bruder“ darf man mit frommer Sorge darauf aufmerksam machen („Bruder, du bist ein schlechter Bruder“), dass seine Tochter mit offenen Haaren durch Brüssel oder Frankfurt spaziert oder das Kopftuch nicht züchtig genug bindet. Was İstanbul im Sommer 2010 erlebte, nämlich dass ein glaubensbewegtes Rollkommando von Bärtigen unter „Allahu akbar!“-Rufen mit Knüppeln auf Gartentische, darauf befindliche alkoholische Getränke und Galeriebesucher einschlug,(14) ist konsequente Ḥisba, koranisch begründet mit: „Das Gute gebieten, das Schlechte verbieten (Enjoin what is good and forbid what is wrong)!“

Grundlage jeder Ḥisba-Tätigkeit ist der Befehl der Gottheit, wie er den einerseits von Natur aus (fiṭra) als Muslim geschaffenen, andererseits ohne göttliche Rechtleitung orientierungslos bleibenden Menschen im Koran (3:110) dokumentiert worden ist:

Ihr seid die beste Gemeinde, die für die Menschen entstand. Ihr gebietet das, was Rechtens ist, und ihr verbietet das Unrecht, und ihr glaubt an Allah. Und wenn die Leute der Schrift geglaubt hätten, wahrlich, es wäre gut für sie gewesen! Unter ihnen sind Gläubige, aber die Mehrzahl von ihnen sind Frevler.

Es war Allah, der zu den Propheten Adam, Noah, Abraham, Moses und Jesus sprach, erst die Rabbiner und Priester haben das fehlerhaft ausgelegt und erdreisten sich, Mohammeds prophetische Sendung nicht anzuerkennen, die „Einladung (daʿwa) zum Islam“ nicht anzunehmen. Juden gelten im Islam grundsätzlich als Verfälscher der Schrift, Christen als die Überlieferer der verfälschten Schrift.

Du musst als Muslim beweisen, dass du die Maßgaben von Koran und Sunna durchzusetzen bereit bist, denn wer keine Ḥisba praktiziert, gehört der Umma, der muslimischen Weltgemeinschaft, nicht an. Saudi-Arabien betreibt zu diesem Zwecke ein eigenes Ministerium, das „Komitee für die Ausbreitung der Tugend und Verringerung des Lasters“ (Committee for the Propagation of Virtue and the Prevention of Vice).(15)

Wer unter Beweis stellen möchte, dass er die Last des ehrenamtlich oder professionell tätigen islamischen Moralpolizisten im Sinne der Ḥisba auf sich genommen zu hat, zeigt dies durch Anlegen der so genannten islamischen Kleidung. Männer, die sich in frühmittelalterlich wirkende Gewänder tragen, sind damit alles andere als eine folkloristische oder karnevalistische Gruppe, sondern dürfen als Wächter der bis zum Ende der Welt, bis zum „Tag der Auferstehung“ (yaumu l-qiyāma) gültigen Praxis von Sunna und Scharia den Gehorsam jedes Muslim verlangen. Wer durch altarabischen Kittel, gehäkelte Kappe bzw. das saudische, rot-weiß karierte Kūfiya-Tuch (für uns Mönchengladbacher ist das auch „Šimāġ“ genannte Tuch bei »ZAMZAM. Islamic Shop« erhältlich für nur 9,00 €)(16) oder langen Bart öffentlich verkörpert, „den Islam“ zu praktizieren, zumal in der Nähe eines salafistischen Scheichs, der hat offensichtlich viel „islamisches Wissen“, und dieses Wissen nicht zu beherzigen könnte deine Seele, inschallah, mit einiger Wahrscheinlichkeit für immer in das Feuer der Hölle hinab stoßen.

Zum Kernbereich der Durchsetzung des islamisch korrekten Lebens gehört dabei die Rolle der Frau, deren Körper anders zu bedecken ist als der männliche. Die Frau verführt den Mann zur Sünde und kann vielleicht bereits mit ihrem offenen Haar die Männer zur Unmoral verführen und den Staat zum Einsturz bringen. Die unverschleierte Frau ist selber schuld, wenn sie vergewaltigt wird, befindet der australische Scheich Taj al-Din Hamid al-Hilali, für den die Frau ohne Hidschab gewissermaßen Katzenfutter ist:(17)

Wenn ihr rohes Fleisch auspackt und offen auslegt, und die Katzen kommen und fressen es – wessen Fehler ist das? Das unbedeckte Fleisch ist das Problem.

Für den Geistlichen sind Frauen Werkzeuge des Satans, um die Männer zu verführen. Nur die Frau, die in ihrem Zimmer bleibt oder sich verschleiert, darf sich nach al-Hilali sicher fühlen. Islamisch betrachtet ist die unverschleierte oder die unbewacht umhergehende Frau eine bleibende Gefahr für die innere Sicherheit.

3. Frommheit oder Frevel, Tauhid oder Schirk?

Als schlimmste Sünde gilt im Islam der Angriff auf den von Mohammed verkündeten Eingottglauben (at-Tauḥīd)(18) und die in diesem Begriff enthaltene, (allahzentrische, schariatreue) Geschlossenheit der irdischen Umma. Tauḥīd ist beides, unteilbarer Gott und unteilbare sittliche Norm (Scharia). Da der bisherige Islam sich weigert, Religion und Staat zu trennen, kann islamische Frömmigkeit niemals deine Privatangelegenheit bleiben, sondern nur durch dein Einschwenken in die Gemeinschaft der praktizierenden Muslime verwirklicht werden. Wer unislamisch lebt, zeigt, dass er Allahs Allmacht angreifen möchte, und selbst ein schariakritischer Gedanke lästert Gott. Völlig folgerichtig kann in Teheran oder Dschidda eine umfassende Kritik an der Regierung als Gotteslästerung bestraft werden.

Der Angriff auf den Eingottglauben wird Schirk (aš-Širk) genannt,(19) das bedeutet „Beigesellung“.(20) Wer den Schirk betreibt, stellt jemanden neben den Schöpfer der Welt und sekündlichen Bewahrer des Universums, neben Allah, und ist demzufolge ein Polytheist (mušrik, Pl. mušrikūn), ein verachtenswerter Mensch.

Andere Schariagelehrten meinen, dass ein niemals von der wahren Prophetie Abrahams erleuchteter Mensch, ein Hindu beispielsweise, noch nicht einmal des Begehens von Širk fähig sei. Dieser Auffassung, dass nur ein Muslim oder ein anderer Monotheist Schirk betreiben kann, steht allerdings der klassisch islamische Ansatz der fiṭra (dem Erschaffensein auf Allah hin) entgegen, jener Lehre, nach der sowieso jeder Mensch von Geburt an Muslim sei und erst seine Eltern ihn zum Christen, Juden oder Zoroastrier erziehen.

Weil derlei Fragen aber von einem muslimischen Endverbraucher nicht zu klären sind, hat die Elite der Islamdeutung, haben Scheich und Mufti stets ausreichend zu tun und werden nicht arbeitslos. Das in ständiger Angst vor seinen ins Höllenfeuer führenden irdischen Fehltritten befindliche Individuum bleibt damit von seinen Klerikern abhängig, die gleichsam zu Wachen an den Pforten des Paradieses mutieren, zu Himmelswächtern. Den Nichtmuslimen erzählt man unterdessen, im Islam gebe es gar keinen Klerus.

Dass die Christen mit Jesus ihrem Gott einen zweiten Gott zur Seite stellen, wird unter orthodox argumentierenden Muslimen seit nahezu 1.400 Jahren ganz selbstverständlich angenommen, ein Ansatz, auf den sich der salafistische Star-Prediger Pierre Vogel (Abū Hamza) gerne beruft, der künftige Muslime ja nicht zuletzt mit dieser angeblich einzig stimmigen Betrachtung der Figur des Jesus von Nazareth für den Islam gewinnt.

Wenn der Stifter des Christentums und seine Getreuen schon keine Muslime waren, Angehörige des reinen Urislam (der milla oder Glaubensnation Abrahams zugehörig, der Millat Ibrāhīm), so doch zumindest islamkonforme Monotheisten, Hanifen (Ḥunafā, Sg. Ḥanīf). Als der vorletzte Prophet der Menschheitsgeschichte gilt Jesus (ʿĪsā) sowieso. Judentum und Christentum gelten im Islam als überholt (weil von Gott aufgehoben), als einst gottgewollten Prototypen der wahren Religion, die Gott (Allah) den Menschen allerdings erst mit Mohammed in ihrer ganzen Fülle kundtat (mit Lizenz zum Dschihad, Jesus durfte noch nicht töten).

Den an der Gottheit Frevel übenden Schirk, die „Beigesellung“, betreibt aus Sicht besonders radikaler Salafisten eigentlich bereits der Demokrat, der von seinem Wahlrecht Gebrauch macht, denn zum einen steht der gewählte Bürgermeister, Minister oder Präsident dreist neben der Gottheit wie ein Zweitgott, zum anderen beansprucht der Wahlsieger, was eigentlich noch schlimmer ist, durch sein Mitwirken an der Entstehung von Gesetzen einen Teil der Herrlichkeit Gottes.

Im orthodoxen (politischen) Islam ist das Volk eben nicht der Souverän. Nur Allah ist berechtigt, Gesetze zu schaffen.

Jeder Teilnehmer an einer nicht dem Schariavorbehalt unterliegenden Wahl wird damit zum Ketzer (mušrik). Die radikale salafistische Seite »At-Tawhid wal-Ikhlas« bittet ihre muslimischen Leser mit der Abhandlung „Der Schirk der Wahlen“ am Wahltag zu Hause zu bleiben, jedenfalls den Sündenpfuhl namens Wahlbüro und Wahlkabine zu meiden, in einem anderen Text ruft sie zum Boykott der nichtislamischen Gerichtsbarkeit auf: „Der Schirk des Urteilsgesuchs bei einem Kufr-Gericht“.(21)

Dass jeder, der bewusst Schirk begeht, dem Unglauben (kufr) dient und eigentlich bereits ein Ungläubiger (kāfir) ist, ein Islamapostat, versteht sich so gehen von selbst. Der Abtrünnige (murtadd, zu: Apostasie, ridda) hat drei Tage Zeit, seine Meinung zu ändern, bevor er aus dem harmonischen irdischen Miteinander dauerhaft entfernt werden sollte (getötet werden kann).

Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz benennt derlei frommes Bemühen, eine derartige Islamkonsequenz, wenig plausibel als „extrem vereinfachend“,(22) während der Freund des Lehrerinnenkopftuchs und Minister Guntram Schneider, befragt zum Thema Mönchengladbach-Eicken und EZP / Islamschule, den sinnfreien Satz riskierte, die Salafisten hätten mit dem Islam so wenig zu tun wie die Mun-Sekte mit dem Christentum.(23)

Zu Guntram Schneider mag jeder Gegner des Gesellschaftsmodells und Menschenbildes von Sunna und Scharia erinnern, was der Minister zum mühselig errungenen Verbot des Lehrerinnenkopftuchs meinte(24):

Wenn ein Kopftuch nicht aus politischen Gründen getragen wird, habe ich nichts dagegen.

Dass jedes Kopftuch hoch politisch ist und der Islam gar keine Trennung von Lehre und Gesellschaft duldet, weiß oder sagt der nordrhein-westfälische Minister für Arbeit, Integration und Soziales nicht.

So lange die Islamverbände, von DİTİB über Millî Görüş (IGMG) bis zum VIKZ, die Scharia nicht überwunden haben, sprich: abgelegt haben, so lange ist das gottesfürchtig-traditionsbewusste Selbstverständnis und jugendbewegt-revolutionäre Lebensgefühl einer aktualisierten Ḥanbalīya, der in aller Genauigkeit erneuerten hanbalitischen Rechtsschule des sunnitischen Islam, in der Tat der authentische Islam.

(Die Hanbaliten sind die zahlenmäßig kleine, auf der arabischen Halbinsel vertretene Rechtsschule (maḏhab, Pl.: ‎maḏāhib), die nach dem im Jahre 855 verstorbenen Aḥmad ibn Ḥanbal benannt wird. 855 ist für Salafisten auch das Datum, nach dem keine schariarechtlichen Änderungen mehr akzeptiert werden. Diesen Gedanken fortsetzend ist es berechtigt, wenn Islamismus-Altvater Ibn Taimīya (1263–1328) und das etwas fadenscheinige Alibi auf saudische Königsherrschaft namens al-Wahhāb (1703-1792, vgl. „Wahhabismus“, al-Wahhābīya) als „vormoderne Salafisten“ bewertet werden.)

Um nichts anderes als um die re-aktualisierte Ḥanbalīya handelt es sich also bei dem, was in aller Welt ganz verlegen „Salafismus“ genannt wird. Ja, der Salafismus IST der eigentliche Islam und muslimischer Nichtsalafist vielleicht nur ein anderes Wort für denjenigen, der seine Scharia vernachlässigt, das Gegenteil jedenfalls müssten Muslimbrüder und Erbakan-Anhänger, ZMD und Islamrat uns erst noch beweisen, jene Islam-Lobbyisten, welche die sich nähernde schariakonforme (frauenfeindliche, kulturrassistische) Rechtsspaltung im Familienrecht billigend in Kauf nehmen.

4. Der Taghut, der Götze

Was in vorislamischer Zeit schlicht Gottheit bedeutete und im ältesten Islam nichtfigürlicher Götze, Taghut (Ṭāġūt, Pl. Ṭawāġīt), verwandelte sich ebenso bei Ayatollah Chomeini zu einem institutionellen, vornehmlich administrativen Dämon wie beim türkeistämmigen Gründer der Bewegung Kalifatstaat (Hilafet Devleti), Cemaleddin Kaplan.(25) Ob Gerichtsbarkeit oder Stadtverwaltung, Bildungsministerium oder Erziehungsberatung, für Chomeini und Kaplan war das alles „Götze“ und war jeder Nutzer dieser Angebote ein Götzendiener. Die 1994 mit 4.000 Anhängern gegründete Organisation, deren Mitgliederzahl im Laufe der Jahre auf 1.100 sank, wurde im Dezember 2001 verboten.

Der 1995 verstorbene, gelegentlich als Chomeini von Köln beschriebene Bewunderer der Islamischen Revolution (Iran 1979) Kaplan ordnete eine schwarze Vollverschleierung aller Frauen an, Männer trugen als „islamische Kleidung“ feierliche Gewänder und Hemden mit Stehkragen und lehnten Krawatten als „westlich“ ab. An diese, die erwünschte Rechtsverschiedenheit(26) verkörpernde, gegenkulturell-provokante Sonderkleidung der Kölner Kaplan-Anhänger, mag sich mancher Mönchengladbacher erinnert haben, als er Burka und Niqab der Salafisten um den Verein Einladung zum Paradies erblickte.

Zum Prozess um den Sohn des „Kölner Kalifen“, Metin Kaplan (2000), schrieb DER SPIEGEL(27):

“Wenn eine Gesetzesbestimmung analog der Scharia ist, wird sie befolgt. Wenn nicht, wird sie nicht befolgt.” Brinkmann: “Sie befolgen dann das deutsche Recht nicht, auch wenn Sie in Deutschland leben?” Zeuge: “Selbstverständlich nicht! Der Koran ist das Maß aller Dinge. Denn er beinhaltet Gottes Gesetz. Alle anderen Gesetze sind nur von Menschen gemacht.”

Brinkmann: “Also weil die deutschen Gesetze von Menschen gemacht sind, braucht man sie nicht zu befolgen?” Zeuge: “Ein Muslim kann sich nicht an Gesetze halten, die nicht von Gott sind.”

Kölns Mehrheit dient den Mächten der Finsternis, dem Taghut. Eine mutige, zum Licht des Glaubens strebende Elite kämpft dagegen an: Erst die Sonderkleidung, dann das gesonderte Recht, erst die Burka, dann das Kalifat.

Die anonym betriebene, dezidiert wahhabitische Seite »Aṣlud-Dīn al-Islāmī« kann sich auf das Buch der Bücher berufen und den Koran heranziehen, wenn er im Kapitel »Der Taghut« die in Deutschland wohnhaften Muslime zum engagierten Kampf gegen den Götzen aufruft(28)

„Die da glauben, kämpfen für Allāhs Sache, und die nicht glauben, kämpfen für die Sache des Tāghūt; darum kämpft gegen die Anhänger des Satans! Wahrlich, die List des Satans ist schwach.“ (4:76)

Und in jedem Volk erweckten Wir einen Gesandten (, der da predigte): „Dient Allāh und meidet den Tāghūt.“ Dann waren unter ihnen einige, die Allāh leitete, und es waren unter ihnen einige, die das Schicksal des Irrtums erlitten. (16:36)

Und diejenigen, die den Tāghūt anzubeten scheuen und sich zu Allāh wenden – für sie ist die frohe Botschaft (bestimmt). (39:17)

Dieselben Gottesfürchtigen lassen uns wissen, dass es der Stifter des Wahhabismus selber war, Muḥammad ibn ʿAbd al-Wahhāb (1703-1792), der den beschworenen Glauben (al-imān) an Allāh als den zweiten Schritt definiert, dem der erste Schritt deines Abschwörens (al-kufr, Unglauben (!)) an den Ṭāġūt vorausgehen muss.(29) Du musst ungläubig sein („den Götzen verwerfen“, gewissermaßen: dem Teufel abschwören), um gläubig zu werden.

Ein unter manchen heutigen „Wahhabiten“ (sie selbst lehnen diese Bezeichnung scharf ab) gerne gelesener, gewisser Abu Hamzah al-Afghani erschafft in seiner Abhandlung »Die Religion aller Propheten. Die Lossagung vom Taghut« (für den Suchbegriff Taghut gibt es auf 104 Seiten 328 Treffer) eine regelrechte Wissenschaft vom Abschwören auf den Götzen.(30) Wer oder was in der heutigen Zeit unter Götze zu verstehen ist, weiß der salafistische Ideologe genau:

Die Führer der fehlgeleiteten Religionen, wie zum Beispiel die Rabbiner und die Priester des Juden- und Christentums.

Begriffe wie Menschenrechte, das Volk, Vaterland, Nationalismus usw. wenn sie neben Allah zu Angebeteten genommen werden, wie wir es oft sehen.

Derjenige, der Gesetze an Stelle Allahs beschließt. D. h. er verändert die Gesetze Allahs, indem er die Menschen dazu verpflichtet, seinen eigenen Gesetzen zu folgen, die ihm der Satan eingegeben hat.

Derjenige, der mit einem anderen Gesetz als mit dem Gesetz Allahs regiert, also einem anderen als der Schariʿa Muhammads, auch dann, wenn er selbst diese Gesetze nicht erfunden hat.

Derjenige, den sich die Menschen an Stelle Allahs zum Richter nehmen.

Die Demokratie, quasi die Götze unserer Zeit, sowie ihre Teile und Einrichtungen. So z. B. die Verfassung, das Mehrheitsrecht, das Parlament usw. Bei all diesen Dingen wird das Recht der Gesetzgebung dem Volk übertragen, wobei es das alleinige Recht des Schöpfers ist.

Die UNO, der Internationale Gerichtshof und was es sonst noch an Dingen gibt, die dem Islam in seinen Grundzügen widersprechen.

Zu den häufig angebeteten Tawaghit gehört auch der menschliche Verstand, wenn er zum Angebeteten neben Allah genommen wird. Indem man allem folgt, zu dem er aufruft, selbst dann, wenn dies dem Willen Allahs widerspricht. … In Wirklichkeit liegt das Problem in ihrem niederen und fehlerhaften Verstand. Der richtige Weg hingegen ist der, den die Salaf einschlugen als sie sagten: WIR HÖREN UND GEHORCHEN. Der Weg der Salaf ist, den qurʿanischen Text so zu akzeptieren, wie er ist – ohne ihn zu verdrehen.

Soweit zu Abu Hamzah al-Afghani (risalatun.com), der allerdings selbst unter Salafisten umstritten ist und bei »Q&S« (Quran & Sunna, ahlu-sunnah.com) als „Übertreiber“ und Takfiri (jemand, der andere voreilig zu Ungläubigen erklärt) gehandelt wird.(31)

Die genannte wahhabitische Seite »Islamwissen« verlinkt aber den betrachteten Text des al-Afghani mit offensichtlichem Wohlwollen.

5. Das salafistische Doppelprogramm: »Reinigen und Erziehen« (at Taṣfīya wat-Tarbīya)

Im ersten Schritt gilt es, gleichsam eine Säuberung vorzunehmen, alles Unislamische auszumerzen (taṣfīya), dann aber sind die Muslime im Sinne der Scharia zu Sitte und Anstand, zu rufen, zu Zucht und Ordnung (tarbīya).(32)

Der salafistische Vordenker Muhammad Nasiruddin al-Albani (1914-1999) wählte dieses programmatische „Reinigen und Erziehen“ (at-Tasfiyya wat-Tarbiyya, purification and education) als Titel einer seiner Schriften. Zwei propalästinensische Studenten aus Südostasien beispielsweise motivieren sich mit den Schriften des US-amerikanischen Konvertiten und Missionars Yusuf Estes (http://yusufestes.com/), geben sich die typisch salafistischen (mit Abu beginnenden) Kampfnamen Abu Nashiruddin (Abū Nāṣiru d-Dīn) und Abu Abdul Rahman nennen ihren Internet-Blog »Tasfiyyah wa Tarbiyyah (purify-educate)«.(33)

Wenn aber ein amerikanischer Salafist und Fernsehprediger jeweils einen malaysischen Studenten der Agrarbiologie und der Mathematik („Konfession: manhaj Salaf Al-Ummah“ (Die theologische Position der Ahnen der Umma))(34) beeinflusst, lässt sich augenzwinkernd feststellen: Allah und der Salafismus arbeiteten global. Und selbst Deutschland bleibt nicht außen vor:

Am 01.08.2008 traf der reisefreudige Yusuf Estes im norddeutschen Hannover auf den salafistischen Prediger Pierre Vogel,(35) zwei Tage später traten beide in Berlin auf,(36) während vor der Türe eine Abordnung der zumeist als islamische Sekte gehandelten, vor allem im Libanon bedeutsamen Habashi („Abessinier“)(37) gegen Estes und Vogel demonstrierte.(38)

Einige von jenen „mystischen“ Sunniten, die dem letztlich auch in Kall-Sötenich (Osmanische Herberge, um Hassan Dyck) und Mönchengladbach-Wickrath (Scheich Yasin, * 06.06.1962 in Bursa / Türkei) vertretenen Sufi-Orden der Naqshbandi-Haqqani nahe stehen,(39) in den USA unterstehen sie der Führung des aus dem Libanon stammenden Muhammad Hisham Kabbani,(40) warnen ihrerseits vor den Habashi.(41) Bemerkenswert ist, dass die türkischen Spitzenpolitiker und Freunde der Re-Islamisierung Turgut Özal, Necmettin Erbakan und Recep Tayyip Erdoğan auch Angehörige des Naqschbendi-Ordens sind.

Der politische Islam, an Menschen wie Abūl Aʿlā al-Maudūdī (1903-1979) oder Dr. Ali Schariati (1933-1977) lässt sich das gut erkennen, reagiert auf die Standards der universellen Menschenrechte und auf die Kultur des Weltbürgerlichen. Nach außen beschwört der politische Islam seine angebliche „Andersartigkeit“, nach innen das Feindbild des „Westens“ (USA, Europa, Israel). In öffentlichen Werbeveranstaltungen für die Scharia („Dialog“) fordert man unser unbegrenztes Verständnis („Toleranz“) für das Lehrerinnenkopftuch, für die Burka im Straßenbild oder für ein gesondertes Personenstands- und Familienrecht.

Das große Saubermachen betrifft deine nähere Umgebung ebenso wie dein Denken und deine Wünsche, der Konsum von amerikanischen (oder indischen) Kinofilmen ist von dir ebenso einzustellen wie das Trinken von Coca-Cola. Deine Nahrung in Restaurant oder Kantine kann gar nicht genug „ḥalāl“ sein, ob es sinnvol ist, Kindergarten und Schule mit einem gesonderten, „reinen“ Kühlschrank für die rechtgläubigen Kinder auszustatten?

Scheich Muhamed Seyfudin Ciftci (Islamisches Bildungs- und Kulturzentrum Braunschweig (IBKB e. V.), Einladung zum Paradies e. V. (EZP), ISLAMSCHULE) beantwortet auf seiner Seite »ISLAM-FETWA. Islamische Rechtsgutachten« (http://islam-fetwa.de/) Fragen wie „Ist es erlaubt, das Fleisch der Nichtmuslime zu essen?“ (Fatwā Nr. 0042. Wenn das Tier von einem Atheisten geschlachtet worden ist oder wenn das Tier nicht geschächtet wurde, darfst du das Fleisch nicht essen) oder „Ist Red Bull ḥalāl?“ (Fatwā Nr. 0067. In kleinen Mengen genossen, steht das besagte Erfrischungsgetränk deinem Einzug ins Paradies nicht entgegen). Fatwā 0016 betrifft die Ehe, der Braunschweiger stellt im Hier und Jetzt die Meinung Gottes fest:

Frage:

Ab wann ist man islamisch verheiratet?

Antwort:

Alles Lob gebührt Allah, dem Erhabenen

Im Islam gilt man als verheiratet, sobald der Vater des Mädchens zugestimmt hat, der Bräutigam es vor den Zeugen akzeptiert und die Brautgabe zahlt: Damit ist die Ehe in Kraft gesetzt und bei Allah gültig – auch ohne Standesamt!

Aber da einige Muslime heute ihr Wort schnell brechen und vergessen, empfehle ich der Braut, unbedingt standesamtlich zu heiraten, damit sie ihre Rechte erhält.

Und Allah weiß es am besten

Alles Handeln muss im Einklang stehen mit dem mehr als dreizehn Jahrhunderte vergangenen Alltag im Stadtstaat Medina, der einzig gesunden und einzig sinnvollen Gesellschaftsform und Lebensweise.

Die menschenrechtlichen Folgen einer ernst genommenen salafistischen Lebensweise werden verschwiegen, den so genannten Muslimen, vor allem den weiblichen, wird ein selbst bestimmtes Leben nicht zugestanden, Zweitfrau, Verstoßung der Ehefrau und weibliche Kindbraut hingegen sind möglich. Vor zweieinhalb Jahren warnte Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann vor den Salafisten:

Bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichtes 2007 berichtete der Innenminister, es werde auch in Niedersachsen zunehmend islamistisches Gedankengut in Moscheen und per Internet verbreitet. So sei im Raum Braunschweig/Wolfsburg und in Hannover ein Salafistisches Netzwerk aktiv – eine radikale Gruppierung, die die muslimische Gesellschaft von “unislamischen Elementen” reinigen wolle. Hierzu gehörten Menschenrechte, Frauenrechte und die Demokratie. Der Prediger Pierre Vogel – Vertreter dieser islamistischen Strömung – habe zum Beispiel in einer arabischen Moschee in Göttingen die Verheiratung neunjähriger Mädchen gerechtfertigt. “Der Vortrag ist nur als abartig zu bezeichnen”, sagte der Innenminister.(42)

Der Koran und die koranisch begründete Scharia, sagen Islamisten, würden auf alle Probleme der Gegenwart die optimale Antwort bereit halten, und so wurde das al-Islām huwa l-ḥall(43) („der Islam ist die Lösung“) den global agierenden Muslimbrüdern politisch zum Kampfruf gegen die Gleichberechtigung der Frau und seelisch zum Mantra der verweigerten kulturellen Moderne. Am koranisch begründbaren Antijudaismus ansetzend, wird die Religion immer wieder ein willkommenes Alibi für Antisemitismus und Israelhass. Mit den Worten eines aus Nordafrika stammenden deutschen Studenten und Salafisten(44)

Die Juden haben euch mit Kapitalismus du Pornographie kaputt gemacht, jetzt wollen sie uns Araber genauso kaputt machen.

Taṣfīya (anglisiert tasfiyyah) und tarbīya (tarbiyyah) gelten den schariakonformen islamischen Mystikern des Sufismus als zweithöchste und höchste Stufe der Vollkommenheit eines religiösen Führers.(45) Die oft als Gegner der Sufis eingeschätzte „Salafis“ nutzen also ein gesamtislamisch bekanntes Vokabular, das allein sie „authentisch islamisch“ zu interpretieren beanspruchen. Zu den islamischen Erziehungsbemühungen der Moscheevereine treten die salafistischen Netzwerke in eine theologische und legitimatorische Konkurrenz, was in Deutschland bekanntlich zur Folge hat, das EZP-Predigern zu den Moscheen der drei türkisch geprägten Verbände kein Zugang eingeräumt wird.

Dass die Salafisten den Islam falsch verstanden hätten, lässt sich allerdings nun wirklich nicht sagen, ihre Gelehrten haben in Saudi-Arabien die Scharia studiert (der 1973 in Braunschweig als Sohn eines Millî-Görüş-Funktionärs geborene Gründer der ISLAMSCHULE Muhamed Seyfudin Ciftci studierte an der Islamic University of al-Madinah) und alle Angehörigen bemühen sich beeindruckend, die Vorgaben des Koran und der Gelehrten der Zeit vor dem Jahre 855, dem Todesjahr Ibn Hanbals, genau einzuhalten. Für freiheitliche Demokraten ist wichtig, zu erkennen, dass der von den Salafisten „politisch verstandene“, sprich: ernst genommene Koran der Frau eine erniedrigte Rolle zuweist.

Das ist vielleicht die wichtigste Aufgabe, die wir säkularen Staatsbürger im Umgang mit „den“ Muslimen haben: Auf das Märchen von der gerechten Behandlung der Frau im Islam nicht herein zu fallen.

Denn einerlei, ob wir eine Gesellschaft nach den Vorstellungen von Ayatollah Chomeini, Necmettin Erbakan oder Scheich Bin Bāz bauen, ob die Muslimbruderschaft an der Politik beteiligt werden soll, die in Deutschland (nicht in Dänemark) verbotene Hizb ut-Tahrir („Befreiungspartei“)(46) oder Pierre Vogel: Die Frau im Islam ist ein emotional herabgewürdigter und juristisch diskriminierter Mensch, die Frau im politischen Islam ist ein Mensch zweiter Klasse. Solange die Scharia nicht abgelegt ist, können wir zwar die Muslime integrieren, aber nicht den Islam.

6. Rebellische Inseln kultureller Gegenmoderne. Salafismus als Verweigerung der universellen Menschenrechte

Globalisierung ist ja erst einmal nichts Schlechtes, es ist aber die Frage, was sich globalisiert, der ungebändigte Kapitalismus oder der Gewerkschaftsgedanke, der Sexismus oder der gleiche Arbeitslohn auch für Frauen, der auf „ewigen“ Vorschriften beruhende Gottesstaat oder die allgemeinen Menschenrechte, die zeitlose Angst vor Teufel und Hölle oder die forschungsbedingt vorläufige, in ihren Erkenntnissen weltweit gültige Wissenschaft.

Waren es vor drei bis vier Jahrzehnten noch überwiegend neohinduistisch geprägte Strömungen wie Hare Krishna und Bhagwan bzw. war es der in Korea verwurzelte Kult der Mun-Sekte, die im Namen der Alternativkultur beim Seelenfang erfolgreich waren, ist die Globalisierung inzwischen weiter vorangeschritten und wird die Realität der weltweit 1,5 Milliarden Menschen muslimischer Prägung auch in Europa und Deutschland spürbar.

Ein kraftvoller Fundamentalismus tritt uns in Gestalt des orthodoxen beziehungsweise revolutionären Islam entgegen, der die vollkommene Lebensführung im Angebot zu haben vorgibt und seinen Anhängern ein komplettes Modell der Lebensführung und Rechtssprechung anbietet, das dem Individuum wenig bescheiden suggeriert, keine weitere Welterklärung mehr zu benötigen. Gegenüber den Weisungen des heiligen Buches, des Koran, der auf jede denkbare Frage die absolut korrekte Antwort bereits beinhalte, sei jedes nichtislamische Urteil, ob demokratisch, wissenschaftlich oder juristisch hergestellt, schlicht unwesentlich.

So bietet auch der Sohn eines Millî-Görüş-Funktionärs, der in Braunschweig geborene salafistische Scheich Muhamed Seyfudin Ciftci genannt Abu Anas seinen Jüngern an, die als sittlich minderwertig erklärte kulturelle Moderne der universellen Menschenrechte zu verlassen und die angeblich authentische islamische Lebensführungsdiktatur des Salafismus zu betreten. Ohne Geschlechtertrennung, ohne Gewand und Bart (männlich) bzw. ohne Ganzkörperschleier oder zusätzlichen Gesichtsschleier (weiblich) sei das absolute diesseitige und jenseitige Glück allerdings nicht zugänglich. Ex-Profiboxer und Islamprediger Pierre Vogel genannt Abu Hamza arbeitet im Rahmen des Vereins Einladung zum Paradies dem Scheich zu und ist als innenstädtischer Missionar in ganz Deutschland durchaus erfolgreich damit befasst, die formell frühmittelalterliche Seinsweise der Salafiyya als jedem anderen Islam für überlegen zu erklären und einer säkularen Umsetzung des Islam, wie sie von Bassam Tibi und Necla Kelek plausibel begründet wird, sowieso.

Für alle Schichten der ökonomisch leider zunehmend zerklüfteten Gesellschaft bietet der klassisch-hochmittelalterliche, schariabasierte Islam des Fiqh (Sakraljurisprudenz) bzw. der separatistische Islam der Muslimbrüder und Salafisten die angeblich unumgänglichen, Lebenssinn herstellenden und vor dem Höllenfeuer bewahrenden Bildungs- und Praxisprogramme, die für das Prekariat (Bushido, Ammar114), für den jungen Durchschnittsrheinländer (Ex-Feuerwehrmann Sven Lau genannt Abu Adam) ebenso wie für unsere Eliten (Murad Wilfried Hofmann, Ayyub Axel Köhler) offensichtlich attraktiv sind.

Wer bei dem „Hüter der beiden heiligen Stätten“ (Saudi-Arabien) studiert hat, dem wird eine besondere Autorität zugestanden, und so kann sich kein DITIB- oder VIKZ-Imam umfassend von den Salafisten distanzieren, sondern allenfalls einräumen, das Kopftuch, die Geschlechtertrennung im Schulsport und das Leben nach dem Koran ebenfalls energisch verbreiten zu wollen, also im Sinne der islamischen Orthodoxie gehorsam zu sein. Der Mönchengladbacher VIKZ-Imam Adnan Özden hat derlei Schariagehorsam bereits öffentlich getätigt (Wir distanzieren uns von Islamisten, RP, 16.08.2010)(47) und sich, auf Kosten von Ciftci und Vogel, als Retter des städtischen friedlichen Zusammenlebens angeboten, nicht ohne die Spaltung der Stadtbevölkerung in Nichtmuslime und Muslime weiter voran zu treiben, ausgerechnet im Namen der Toleranz und des Dialogs.

Die derzeitige, von Kirchen und Bürgermeistern wie versehentlich mitgetragene Islamverteidigung lautet sinngemäß: „Wenn du gegen das Kopftuch und die Scharia argumentierst, stellst du Toleranz und Koexistenz in Frage und schürst künftige, ethnoreligiös begründete Gewalt.“ Dabei wird übersehen, dass in der säkularen Republik gar keine Religionsvölker leben, sondern Individuen, die dem Schutz des gleich behandelnden Grundgesetzes unterstehen und eben nicht dem „Schutz“ der ungleich behandelnden (diskriminierenden) Scharia, auch nicht im Personenstands- und Familienrecht. Und um nichts anderes als um die durchgesetzte Rechtsverschiedenheit geht es dem politischen Islam, der in seinem gespaltenen „Kern“ dabei die Deklassierung der Frau erstrebt, emotional wie juristisch. Leider bezeichnen unsere Politiker wie Hans-Gert Pöttering und Horst Köhler den orthodoxen bzw. revolutionären Islam öffentlich als eine „im Kern friedliche Religion“, Fakten möchten und können sie uns dabei nicht nennen. Islamverharmlosung bedarf der Faktenferne, weshalb Norbert Bude und Reinhold Schiffers im Sinne ihres nachhaltigen beruflichen Erfolgs klug genug sind, das Wort Hidschab oder Scharia gar nicht erst auszusprechen.

Den Charakter einer Rechtsreligion zu verstehen, fällt Europäern, die von bis zu vier oder fünf Jahrhunderten der Säkularisierung profitieren (Renaissance, Aufklärung, universelle Wissenschaftlichkeit, Psychoanalyse, Totalitarismuskritik), offensichtlich schwer. Man frage einen Mönchengladbacher zu den Begriffen Standesbeamter, Rechtssachverständiger und Familienrichter und wird eine einigermaßen vernünftige Antwort bekommen, notfalls nach einem Blick in das Internetlexikon Wikipedia, jedenfalls wird wohl kaum ein Befragter einen Zusammenhang zum Spirituellen oder zur „Religion“ herstellen. Dass aber ein Scheich wie Muhamed Seyfudin Ciftci an der islamischen Universität zu Medina eine Ausbildung eben zum Rechtssachverständigen, Standesbeamten und Familienrichter durchlaufen haben könnte und für seine Getreuen hier in Deutschland eine parallele Rechtsordnung durchzusetzen wünscht, überfordert unsere zum „Dialog mit dem Islam“ aufrufenden Kleriker und Politiker möglicherweise immer noch. In Kanada und Großbritannien wird der rechtsspaltende Charakter des hoch politischen Islam richtigerweise im Namen des „One Law For All“ zurückgewiesen.

Sehr geehrter Herr Ciftci: In Deutschland besteht bereits eine Rechtsordnung, an der Einführung einer zweiten ist kein Bedarf! Mit Ihrer »Islamschule« wollen Sie Menschen gegenüber den Standards der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte immunisieren und rufen Sie zu einem totalitär zu kontrollierenden, „zu Allah ins Paradies führenden“ Wohlverhalten auf, welches wissenschaftliche Erkenntnisse überflüssig macht und verhöhnt. Damit betreiben Sie Abschottung, Segregation und bedrohen die Integration des Individuums, also auch des „muslimischen“ oder des weiblichen, in den Bereich des gleich behandelnden Grundgesetzes.

Der organisierte Salafismus ruft dazu auf, sich aus der kulturellen Moderne zurückzuziehen und sich ins Mittelalter zu integrieren, und erstrebt die Zerspaltung der Bevölkerung in Nichtmuslime und Muslime, was der Dhimmitude (Apartheid) des Kalifats zwar bestens entspricht, was wir als säkulare Staatsbürger jeder Religion, Ex-Religion oder Nichtreligion jedoch im Sinne der zu bewahrenden Rechtseinheitlichkeit verhindern dürfen.

Muslime sind keine „Spezies“, keine Sorte Mensch, hier in Deutschland und hier in Mönchengladbach leben keine Christenbürger und Muslimbürger, sondern Staatsbürger und Stadtbürger.

7. Die Erklärer des Weges. Mit Abdullahi Ahmed an-Na’im, Mathias Rohe und Mustafa Cerić in die religiös begründete Rechtsverschiedenheit einziehen

Die Scharia als ein privilegierendes (diskriminierendes) Mehrstufenrecht ist im Sinne universell gedachter Menschenrechte nicht reformierbar. Gleichwohl gibt es eine starke Lobby, die bestrebt ist, die Scharia in unser Recht zu implementieren.

Dabei wird von den einflussreichen Islamisten (Salafisten?) ganz bewusst vom schariatischen Strafrecht abgesehen, jedenfalls von den Körperstrafen wie Steinigung und Auspeitschungen, sondern von einer angeblichen Menschenrechtskompatibilität und Grundrechtsverträglichkeit des familienrechtlichen Teils Scharia gesprochen.

Unterschlagen wird dabei, dass die Scharia ihrem Verständnis nach gar nicht teilbar ist, sondern ein kohärentes Gefüge bildet. Einzelne Teilgebiete des Islamischen Rechts außer Kraft zu setzen hieße, Allah den Mund zu verbieten. Wer also die ungeschmälerte islamische Eheschließung (an-nikāḥ) fordert, hat die Pflicht zum weiblichen Schleier (al-ḥiǧāb) ebenso im Sinn wie die Legalisierung des islamischen Erbrechts, das nach Allahs Weisheit der Tochter genau halb so viel Erbe zubilligt wie dem Sohn.

Nicht unerwähnt sollte man lassen, dass auch Personen, die wir üblicherweise (leider noch immer) nicht dem Salafismus zurechnen, die Steinigung gefordert haben. Die der Muslimbruderschaft nahe stehende Eva el-Shabassy aus Aachen-Richterich etwa,(48) eine deutsche Grundschullehrerin, warnt vor dem Ehebruch. Die Pädagogin sagt:

„Ehebruch ist ein Verbrechen wie Mord.“

Ob die klassisch islamische Konsequenz der Steinigung hier angebracht wäre, bejaht Islamkennerin el-Shabassy:

„Diese Strafe steht in der Scharia.“

Und schiebt beschwörend nach:

„Wenn einmal in hundert Jahren eine Ehebrecherin gesteinigt wird, vielleicht werden dann ganz viele Ehen gerettet?“

Einer der deutschen Vorreiter der Werbung für das Islamische Recht ist der Erlangener Jurist Dr. Mathias Rohe, der im Jahre 2009 als Gutachter im ersten Prozess um den Berliner Gebetsraum (Diesterweg-Gymnasium) tätig sein durfte. Rohe ist Verfasser von »Das islamische Recht: Geschichte und Gegenwart«, das die Redaktion von BuchTest angemessen rezensierte.(49)

Der Islamwissenschaftler Tilman Nagel äußerte sich am 07.11.2009 in der Neuen Zürcher Zeitung (»Lohn und Strafe im Diesseits und Jenseits«) zu der von Mathias Rohe verschwiegenen Kopplung des irdischen Schariarechts mit dem vermeintlichen Verbleib in Hölle oder Paradies.(50) Tilman Nagel:

Für den unbefangenen Leser des Buches bleibt daher rätselhaft, … weshalb die Vertreter der islamischen Verbände in säkularen Staaten den religiös neutralen öffentlichen Raum nach Möglichkeit islamischen Normen unterwerfen wollen, soweit der Auftritt von Muslimen in diesem öffentlichen Raum betroffen ist.

Nach wie vor wird am Doppelcharakter dieses Rechtssystems festgehalten: Es regelt die diesseitigen Lebensverhältnisse im Hinblick auf das, was dem Menschen im Jenseits bevorsteht.

Der Transzendenzbezug des islamischen Rechts wird von modernen muslimischen Sachkennern sogar ausdrücklich hervorgehoben; er sei ein unschätzbarer Vorzug vor den »trockenen« Rechtssystemen der als materialistisch abgestempelten westlichen Rechtssysteme und daher geeignet, deren angebliche und tatsächliche Mängel zu beheben. – Was mag Mathias Rohe auf seinen Irrweg gedrängt haben?

Der staatsgründende Anspruch des Islamischen Rechts wird auch bei der Schariadiskussion unterschlagen, die uns der durch das US-amerikanische Autohaus Ford finanzierte Juraprofessor Abdullahi Ahmed an-Na’im empfiehlt,(51) der, medial wirksam inszeniert, eine teilweise Verträglichkeit der kulturrassistischen und frauenfeindlichen Scharia mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte entdeckt haben will. Die renommierte Emory School of Law, Atlanta, Georgia, scheint sich den aufregenden und vor allem lukrativen Forschungsgegenstand nicht entgehen lassen zu wollen, von dem zu befürchten ist, dass er sich in Bälde glücklich aufplustern wird, leider auf Kosten der offenen Gesellschaft, die sich in abgeschottete Religionsvölker zerlegen wird, deren Individuen am Alltag der „Andersgläubigen“ kaum noch oder gar nicht mehr teilhaben werden.

Das Islamische Recht duldet nicht, dass jemand die Umma verlässt. Einen anderen Islam gibt es noch nicht. Die Scharia verbietet es einer Muslima, einen Nichtmuslim zu heiraten – eine andere Scharia gibt es noch nicht. Abdullahi Ahmed an-Na’im war geschäftsführender Direktor des Afrikabüros der angeblichen Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch.

Human Rights Watch (HRW) ermahnt den Irak dazu, die Scharia einzuhalten, damit Homosexuelle nicht mehr so oft misshandelt oder ermordet werden.(52) Zur Frage, ob die Scharia an der zwischen Tigris und Euphrat gelebten Schwulenfeindlichkeit denn kein großes Interesse hat, schweigt die Organisation:

Doch der Human Rights Watch-Bericht zeigt auch, dass die Morde – ausgeführt auf der Grundlage von Willkür und Vorurteilen, ohne Beweise oder rechtmäßige Prozesse – die Rechtsstandards der Scharia missachten. Diese beinhalten die Forderung nach einem rechtmäßigen Verfahren, dem Nachweis der Schuld sowie dem Schutz der Privatsphäre.

Die Homosexuellen sollen also bitte legal nach Islamischem Recht verurteilt und anschließend am öffentlich errichteten Galgen aufgehängt werden, verstehen wir HRW da falsch? Ob die öffentliche Hinrichtung die „Privatsphäre“ des Opfers gewährleistet?

Human Rights Watch freut sich über korrekt angewendetes Schariarecht und ehrt einen korantreu arbeitenden „Schariawissenschaftler“ aus Saudi-Arabien.(53) HRW fordert nicht weniger, sondern mehr Islamisches Recht, denn nicht die Normen von Sunna und Scharia seien „despotisch“, sondern das saudi-arabische Recht:

Abd al-Rahman al-Lahimʿs Gerechtigkeitssinn wird durch seinen Einsatz für jene in Saudi-Arabien deutlich, die willkürlich aufgrund dubioser Interpretationen der Scharia (Islamisches Recht) verfolgt werden. Sein beständiges Streben nach mehr Gerechtigkeit und seine gründlichen Kenntnisse der islamischen Lehre sind wertvolle Katalysatoren auf dem Weg zu einem Wandel innerhalb des despotischen saudi-arabischen Rechts.

Faktenfern wird uns nahe gelegt, dass die auf Ungleichbehandlung der Dhimmis und Frauen beruhende Scharia „flexibel“ oder „wandelbar“ sei und von untreuen Richtern lediglich missbraucht werde („auf Grund rigider Interpretationen des Islamischen Rechts“). Wenn sie sich erst ein wenig gewandelt habe, scheint man bei HRW zu hoffen, sei die mehrstufig diskriminierende Scharia mit den Standards der AEMR schon in beste Übereinstimmung zu bringen. Mittendrin im globalisierten Schariaverharmlosen: Professor an-Na’im.

Die Lobbyisten des Islam fordern überall auf der Welt mehr Islam, mehr Hidschab und weniger Gleichberechtigung der Frau. So weiß auch der bosnische Großmufti, dass der Ansatzpunkt der ersehnten Rechtsspaltung das Schambesetzte, Sexuelle und Familiäre ist, zugleich die islamische Deklassierung der Frau(54)

f) opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law;

Mustafa Cerić(55) war am 27.10.2007 Ehrengast der von den Laiendominikanern Thomas Lemmen und Ehefrau Melanie geprägten Christlich-Islamischen Gesellschaft (CIG)(56) und erhielt am 22.11.2008 im Beisein von Wolfgang Schäuble einen Preis der christlich-theokratischen Eugen-Biser-Stiftung.(57)

Der bosnische Großmufti (Reis-ul-ulema, Führer der islamischen Gelehrten) ist Mitglied im »European Center for Fatwa and Research« (ECFR), einem Netzwerk, das der Muslimbruderschaft nahe steht und von Yūsuf al-Qaraḍāwī geführt wird.

Die beiden Ideologen der Muslimbrüder, Sayyid Quṭb (1906-1966; Milestones(58)) und Yūsuf al-Qaraḍāwī (The Lawful and Prohibited in Islam)(59) als dem Stadtstaat von Medina und den „rechtschaffenen Vorfahren“ (as-Salaf aṣ-Ṣāliḥ) verpflichtet und damit als Angehörige der Salafīya zu beschreiben, wäre eine eigene, lohnende Aufgabe. Oder, anders gefragt: Welche Rolle spielt die Muslimbruderschaft für das Betreiben nach einer Legalisierung des Islamischen Rechts und für das weltweite Anwachsen des Salafismus?

Wir müssen dafür sorgen, dass die Scharia illegal bleibt. Wenn uns das nicht gelingen sollte, droht auch Europa ein Zerfallen der schützenswerten offenen Gesellschaft analog zur südasiatischen Two Nation-Theory.(60) Wer das diskriminierende Islamische Recht verhindern will, wem die allgemeinen Menschenrechte am Herzen liegen, der wird sich einer Übertragung der Zwei-Nationen-Theorie(61) auf Nordamerika und Europa in den Weg stellen.

Einstweilen dürfen wir nicht zulassen, dass die Einheitlichkeit des gleich behandelnden Rechts außer Kraft gesetzt wird, auch nicht mit einer Begründung von Religion oder Tradition.

Mit den Worten der mutigen Kämpferin für die unteilbaren Menschenrechte, Maryam Namazie gesprochen:

„Ein Recht für alle – ONE LAW FOR ALL!“(61)

Edward von Roy

1 „Das Thema dieser Arbeit ist aus zwei Gründen von höchster Wichtigkeit: Erstens handelt es sich hier um einer der wichtigsten Fundamente des Islams, nämlich die Eigenschaften von al-Wala`wa`l-Bara`, die die zwei Hauptvoraussetzungen für den wahren Glauben sind: al-Wala` ist das Zeichen für wahre Liebe zu Allah, Seinen Propheten und Seinen Gläubigen; al-Bara` auf der anderen Seite ist der Ausdruck für Feindschaft und Hass gegenüber der Unwahrheit und seinen Anhängern. Beides sind Beweise für Iman.“ Buchbeschreibung, zu: Scheich Muḥammad ibn Saʿīd al-Qaḥṭānī: »Loyalität und Lossagung im Islam. Nach der ʿAqīda der Salaf«

http://salafihd.com/salafimedia.de/website/index.php?option=com_content&view=article&id=374:al-wala-wal-bara-nach-der-aqidah-der-salaf&catid=13:ebooks&Itemid=19

http://www.scribd.com/doc/36924590/Said-al-Qahtani-Al-Wala-wal-Bara-Loyalitat-und-Lossagung-im-Islam-nach-der-Aqida-der-Salaf

Noch zu al-Qaḥṭānī. The famous and classical an-Nooniyyah of Imaam Abu Muhammad al-Qahtaanee Al-Andalusi – Rahimahullah – which is known as Nooniyyatul Qahtani in this he arranges the Islamic aqeedah, affairs of the sunnah, and fiqh and many other affairs into poetry form.

http://www.youtube.com/watch?v=Dn-V-0luqZo

2 Ex-Muslime Deutschland

http://www.ex-muslime.de/

Ex-Muslime Österreich

http://www.exmuslime.at/

Ex-Muslime Schweiz

http://www.ex-muslime.ch/

3 Der Düsseldorfer EXPRESS (Zwölfjährige bekam in Zwangsehe ein Baby) wusste am 11.06.2008: »Es ging um eine Elfjährige, die hier mit ihrem 22-jährigen Ehemann lebte. Das Paar meldete sich sogar mit Heiratsurkunde an. … An der griechischen Grenze zur Türkei werden Minderjährige (ein altes Gesetz erlaubt dies) mit Zustimmung der Eltern verheiratet. … „Ein Skandal“, nennt das voller Empörung Diana Goldermann-Wolf vom Kinderschutzbund. „Staatlich geförderter Kindesmissbrauch – so etwas darf es in Europa nicht geben und verstößt auch gegen die UN-Kinderrechts-Konvention.“ Vollzogen werden darf eine solche Ehe in Deutschland nicht. Das ist Missbrauch von Kindern.«

http://www.express.de/regional/duesseldorf/zwoelfjaehrige-bekam-in-zwangsehe-ein-baby/-/2858/705568/-/index.html

4 In Europa, wo die Scharia noch gilt. Michael Kreutz, 14.09.2005, in: TRANSATLANTIC FORUM

http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2005/106/europa-scharia/

5 Abdul-Azeez Aal ash-Shaikh: „We hear often in the media about the marriage of minors. We must know that Shariah law is not unjust for women. … If it is said that a woman below 15 cannot be married, that is wrong. If a girl exceeds 10 or 12 then she is eligible for marriage, and whoever thinks she is too young, then he or she is wrong and has done her an injustice.“ Aus: »Saudi Gazette«, ohne Datum, kein Autorenname: »Aal Al-Sheikh says marriage of pre-teen girls allowed«

http://www.saudigazette.com.sa/index.cfm?method=home.regcon&contentID=2009011526744

Von dort aus wurde die hoch politische Kindbrautfatwa bis nach Pakistan, Indien und Südostasien verbreitet. Aus Lahore informiert »Daily Times« am 15.01.2009 die Menschen in Pakistan: »OK for 10-year-old girls to marry, says Saudi grand mufti«

http://www.dailytimes.com.pk/default.asp?page=20091\15\story_15-1-2009_pg1_7

http://islamicterrorism.wordpress.com/2009/01/15/saudi-cleric-girls-over-10-or-12-years-are-eligible-for-marriage/

6 Schwarze Pädagogik (Rutschky)

http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_P%C3%A4dagogik

7 Muslim separatism

http://en.wikipedia.org/wiki/Maulana_Mohammad_Ali

http://voi.org/books/muslimsep/

Debadutta Chakravarty: Muslim separatism and the partition of India (New Delhi 2003)

http://books.google.de/books?id=lKZMsbNeGmIC&printsec=frontcover#v=onepage&q&f=false

8 DER SPIEGEL titelt am 30.08.2010 »Als käme der Leibhaftige in die Stadt« und Henryk M. Broder gibt die kommunale Integrationsratsvorsitzende Gülistan Yüksel mit den Worten wieder, die islamismuskritischen Bürger würden “Öl ins Feuer gießen”.

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,714471-2,00.html

9 Masjid As-Sunnah Mönchengladbach – Erster muslimischer Kindergarten!

http://www.youtube.com/watch?v=hUIJobnAROs

10 WAY TO ALLAH (Adel Zaghdoud, Bergheim/ Ahe)

http://www.way-to-allah.com/anliegen/sonstiges/1.html

Murad Wilfried Hofmann: „Die Muslime hören immer wieder gerne, was das Vatikanische Konzil in Nostra aetate über sie gesagt hat. Doch das liegt fast ein halbes Jahrhundert zurück, und die Muslime warten immer noch darauf, dass die katholische Kirche auch Muhammad (s.) als einen Propheten und den Qur´an als eine göttliche Offenbarung anerkennt. Solange dies ausbleibt, kann echter Dialog nicht stattfinden.“

http://www.way-to-allah.com/dialog/Stellungnahme.html

11 »Scheich Bin Baz „gilt als der Innovator der Islamisierung der saudischen Gesellschaft – er erwirkte zusammen mit Muhammad Ibn Uthaymin zahlreiche neue auf der Scharia basierende Gesetze. Das Amt des Großmuftis übernahm nach seinem Tod Abd al-Aziz bin Abdullah Al asch-Schaich.“«

http://de.wikipedia.org/wiki/Abd_al-Aziz_ibn_Baz

12 Saleh al-Fawzan (Ṣāliḥ al-Fauzān)

http://en.wikipedia.org/wiki/Saleh_Al-Fawzan

13 „Dem salafistischen Gelehrten Salih al-Fauzan (Sheikh Saleh Al-Fawzan, born 1933) zufolge sei es unmöglich, mit Andersgläubigen freundschaftliche Beziehungen zu führen, da man als Muslim verpflichtet sei, Andersgläubige zu hassen. Es wäre rechtlich zulässig, von ihnen Geschenke anzunehmen, nicht jedoch, sie zu einem festlichen Anlass zu beglückwünschen.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Al-wal%C4%81%27_wa-l-bar%C4%81%27a

14 SPIEGEL-online, 22.09.2010 titelt: Wütende Anwohner gehen auf Galeriebesucher los. »„Sie tranken Alkohol in der Öffentlichkeit: In Istanbul wurden Besucher einer Kunstveranstaltung angegriffen und verletzt. … “Sie haben uns angegriffen, weil wir auf der Straße etwas getrunken haben. Sie haben Allahu Akbar (Gott ist groß) gerufen”, sagte ein Zeuge dem privaten Fernsehsender NTV. “Wenn die Galerien nicht sofort die Rolläden heruntergelassen hätten, wäre es eine Art Lynchen geworden”, sagte der Künstler Antonio Cosentino … Anwohner reagierten empört. “Das waren die Religiösen von der Bruderschaft. Sie leben hier im Viertel”, sagte ein Verkäufer in einem Geschäft nahe der Galerie. Eine Kundin in einem Lebensmittelgeschäft sagte: “Das waren die Bärtigen. Ich lebe hier seit 60 Jahren. Das Viertel hat sich sehr verändert.”«

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,719026,00.html

15 „Hisba ist die Pflicht jedes Muslims, zu gebieten, was recht ist und zu verbieten, was verwerflich ist. Dies geschieht in Anlehnung an die im Koran mehrfach geforderte Norm, das Rechte zu gebieten und das Verwerfliche zu verbieten (siehe Suren 3,110; 7,157; 9,71; 9,112; 22,41). … In der islamischen Rechtstheorie hat der Rechtsgelehrte al-Mawardi (972-1058) in seinem Buch al-Aḥkām al-sulṭānīya diese moralische Verpflichtung des Muslims gegenüber seinem Mitmenschen und mit Hinweis auf die oben genannte koranische Norm erstmalig beschrieben. Ihm folgten dann al-Ghazālī und Ibn Taimiya mit jeweils kurzen Beiträgen moralischen Charakters.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Hisbah

16

http://www.zamzam-shop.de/product_info.php?info=p149_schmah—tuch-fuer-den-kopf–saudi-.html

Zamzam ist eine Quelle, die von Allah eigens dafür geschaffen worden sei, um Abrahams Zweitfrau Hāǧar und den gemeinsamen Sohn Ismāʿīl vor dem Verdursten zu retten. Die Quelle mit dem als heilsam geltenden Wasser liegt in Mekka, etwas östlich der Kaʿba.

http://www.eyeoftraveler.net/up/makkah/zamzam.gif

Das Wasser der Quelle Zamzam ist Pilgern ein beliebtes Mitbringsel.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/91/Zamzambottle.jpg

17 During the sermon al Hilali said: “If you take out uncovered meat and place it outside on the street, or in the garden, or in the park, or in the backyard without cover, and the cats come to eat it … whose fault is it, the catsʿ or the uncovered meat? The uncovered meat is the problem. If she was in her room, in her home, in her hijab, no problem would have occurred.” The Australian also reported that he said that women were “weapons” used by “Satan” to control men.

http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/article614114.ece

18

http://de.wikipedia.org/wiki/Tauh%C4%ABd

19 Zum Schirk weiß die den Teheraner Mullahs treu ergebene Seite »al-Shia«: „Die erstgrößte Sünde von den großen Sünden ist Shirk (Vielgötterei/Polytheismus), also die Beigesellung von Göttern neben Allah.“

http://www.al-shia.de/artikel/shirk.htm

„Islamische Persönlichkeiten: Imam Khomeini, Imam Khamenei … Sayyid Hassan Nasrallah … Dr. Ali Schariati“

http://www.al-shia.de/persoenlichkeiten/index.htm

20

http://en.wikipedia.org/wiki/Shirk_%28Islam%29

21 »At-Tawhid wal-Ikhlas« zu: „Der Shirk der Wahlen“

http://tawhidikhlas.info/index.php/2010/03/28/der-shirk-der-wahlen

„Der Shirk des Urteilsgesuchs bei einem Kufr-Gericht“.

http://tawhidikhlas.info/index.php/2010/04/11/der-shirk-des-urteilgesuchs-bei-einem-kufr-gericht

Der Kufr der Loyalitätserklärung

http://tawhidikhlas.info/index.php/2010/04/02/der-kufr-der-loyalitaetserklaerung

Al-iḫlāṣ bedeutet Ergebenheit, Treue, Aufrichtigkeit, Loyalität und erfordert aus islamischer Sicht, Universum und Dasein als allahzentrisch zu begreifen sowie sein persönliches Leben tätig auf Allah zu fokussieren. Die Sure 112 trägt den Titel al-Iḫlāṣ.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sure_112

22 Verfassungsschutz NRW, Zwischenbericht 2010, Zu: Salafismus, Seite 42: „Schließlich kann sich aus dieser extrem vereinfachenden Ideologie schleichend eine weitere Radikalisierung entwickeln, die in Terrorismus münden kann. Denn letztlich rechtfertigt der Salafismus Gewalt gegen „Ungläubige“ und auch gegen nicht-salafistische Muslime.“

http://www.im.nrw.de/sch/doks/vs/zwischenbericht_2010.pdf

23 Am 14.08.2010 schrieb die Rheinische Post (»Schneider: Radikale Minderheiten verdienen keine Toleranz«) zur Lage in Mönchengladbach: „NRW-Integrationsminister Guntram Schneider lehnt die Pläne der islamistischen Salafisten ab, in Mönchengladbach eine Islamschule einzurichten.“ Schneider: „Die Salafisten haben aber mit dem Islam so viel zu tun wie die Moonsekte mit dem Christentum. Wir müssen lernen, zwischen Islam und Islamismus zu unterscheiden.“ Bei derlei Faktenferne wird immerhin deutlich: Im Sinne des Erhalts der AEMR müssen wir lernen, zwischen Islam und Islamismus NICHT zu unterscheiden. Die Steinigung ist von Artikel 4 GG nicht gedeckt.

http://www.rp-online.de/landtagswahl/nachrichten/Schneider-Radikale-Minderheiten-verdienen-keine-Toleranz_aid_893861.html

24 Rheinische Post, 22.07.2010. Nordrhein-Westfalens neuer Minister für Arbeit, Integration und Soziales, Kopftuchfreund Guntram Schneider, antwortet auf die Frage: „Wollen sie das Kopftuchverbot für Lehrerinnen wieder abschaffen?“

http://www.rp-online.de/politik/deutschland/Mindestlohn-von-850-Euro_aid_884757.html

25 Innenministerium NRW. Cemaleddin Kaplan. »Die Anhänger Kaplans fielen in der Öffentlichkeit oft durch ihre exotische Kleidung auf. Die Männer trugen Turban, weite Mäntel und Pluderhosen, die Frauen und Mädchen meist einen schwarzen Ganzkörperschleier. Die Presse verlieh Kaplan aufgrund seiner Sympathie gegenüber der iranischen Revolution die Beinamen “Kalif von Köln” und “Khomeini von Köln”.«

http://www.im.nrw.de/sch/589.htm

26 Für Islamisten ist ein unislamisches Gesetz Schirk und weltliche Gerichtsbarkeit Taghut. »Auf die deutsche Verfassung geben die Kalifatsstaatler nichts; sie haben eine eigene mit 15 Artikeln. Regel sieben etwa sagt, dass “es keine Einigung mit dem Ungläubigen und seinem Regime gibt. Man macht keine Zugeständnisse”.« Nach: DER SPIEGEL 24/2004, 7.06.2004, Titel: »Im Labyrinth des Kalifen«

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-31105827.html

27 Gisela Friedrichsen, für: DER SPIEGEL, 05.06.2000. »Der Schatten Gottes auf der Erde«.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-16597444.html

28

http://islamwissen.de.tl/Der-Taghut.htm

29 Muhammad ibn Abd al-Wahhab: „Und wisse, dass der Mensch niemals den Glauben (ìmān) an Allāh verwirklicht hat, bis er den Unglauben (kufr) gegen den Taghut vornimmt.“ Der Beiname des erwähnten legendären Widersacher der frühen Muslime „Abu Dschahl“ (Abū Ǧahl) verweist auf die ǧāhilīya (anglisiert Jahiliyyah), die Unwissenheit, die beim Ideengeber der Muslimbruderschaft, Saiyid Quṭb (MILESTONES) konzeptionell so wichtig werden sollte.

http://www.al-muwahidun.com/aqida/mana-attaghut_ibnabdulwahab.pdf

Jahiliyyah (al-ǧāhilīya). Sayyid Qutb popularized the term in his influential work Maʿalim fi-l-Tariq (Milestones), with the shocking assertion that “the Muslim community has been extinct for a few centuries.”

http://en.wikipedia.org/wiki/Jahiliyyah

Qutbism

http://en.wikipedia.org/wiki/Qutbism

30 Abu Hamzah al-Afghani, 28.01.2010, bei RISALATUN: Die Religion aller Propheten: Die Lossagung vom Taghut.

http://risalatun.com/buch/Taghut%20Online-Ausgabe.pdf

31 „Abu Hamza al-Afghani gehört zu den Übertreibern im Takfir. Auf den ersten Blick erkennt man nichts falsches auf seiner Seite und das seiner Anhänger man findet Schriften über Tawhid und andere Bücher die alle dem Manhaj der Salaf entsprechen. Doch wer diese Leute näher kennenlernt und mit ihnen über verschiedene Themen spricht erkennt ihre Abweichungen vom Manhaj der Salaf.“ Gefunden auf: »Q&S. ISLAM NACH QURAN & SUNNAH UND DEM VERSTÄNDNIS DER SALAF AS-SALIH«, Kommentator: Abu Jihad, am 31.01.2010.

http://www.ahlu-sunnah.com/threads/26770-Abu-Hamza-al-Afghani

YouTube. At-Tauhid: Die Grundlage des Islam, von: Abu Hamza al-Afghani.

http://www.youtube.com/watch?v=FkzPCqsOCWY

32 It`s american! Living Like The Salaf! Postmodernes Saubermachen und Drillen direkt aus Kalifornien: at-Tasfiyah wat-Tarbiyah Magazine (Set 2008), $20.00. at-Tasfiyah wat-Tarbiyah Publications, 9852 W. Katella Ave. #276, Anaheim, CA 92804, USA. Man schätzt al-Albani.

http://store.twtpubs.com/index.php?main_page=product_info&cPath=66&products_id=198

33 »Purify-Educate« (Reinigen und Erziehen) ist die URL, die Abu Nashiruddin und Abu Abdul Rahman ihrem Blog geben: Tasfiyyah wa Tarbiyyah.

34

http://www.blogger.com/profile/04980502288152667886

Salafisten in Nordamerika. Lehrzentren, Moscheen, Verlage.

http://www.islammexico.net/SalafiDir.htm

Mexikanische Salafisten: Mezquita “Muhammad Ibn Abdul Wahab” Centro Salafi de México. Islam, Sunnah y Salafiyyah en español. PRIMER ORGANIZACION SALAFI DE AMERICA LATINA.

http://www.islammexico.net/

35 Salafissimo sozusagen: Yusuf Estes trifft 2008 mit Pierre Vogel zusammen.

http://www.youtube.com/watch?v=15Heib5ShWk

36

http://www.ahlu-sunnah.com/threads/18175-SHEIKH-YUSUF-ESTES-UND-PIERRE-VOGEL-IN-BERLIN-AM-3.8.08-INSH

37 Website der Habashi (Ahbash)

http://www.allislam.de/

38 Draußen protestierten die Habashi (Ahbash), erklärte Gegner von Salafismus und Wahhabismus

http://www.ufuq.de/newsblog/182-yusuf-estes-p-vogel-und-habashi-anher-in-der-al-nur-moschee

39 O Muslims! Beware of a man who calls himself Abdullah Habashi and of his followers. They are a group of extremists who are busy accusing all Muslims who donʿt follow their teachings and beliefs, of being kaafir and mushrik.

http://www.sunnah.org/fiqh/muslims_beware.htm

As-Sunnah Foundation of America (ASFA)

http://www.sunnah.org/

40 Muhammad Hisham Kabbani (born 28 January 1945 in Lebanon) is a prominent American Sunni Muslim (Sufi). Shaykh Kabbani has been an outspoken critic of extremism as well as the Wahabi doctrine. Shaykh Kabbani is a spiritual teacher in the line of the Naqshbandi-Haqqani Sufi Order.

http://en.wikipedia.org/wiki/Hisham_Kabbani

Naqschbandi-Scheich Nazim al-Haqqani (Muhammed Nazım El-Hakkani) residiert auf Zypern (Kýpros, Kıbrıs)

http://en.wikipedia.org/wiki/Mawlana_Sheikh_Nazim_Al-Haqqani

41 Habashi stammt vom Wort Habashiyyin, „die Abessinier“. Die Gruppe geht auf den 1920 in Harare (Äthiopien) geborenen Mufti Abdullah al-Habashi (eigentlich Abdallah ibn Muhammad ibn Yusuf al-Hirari al-Shibi al-Abdari) zurück, der, 1947 von Kaiser Haile Selassie nach Saudi-Arabien ausgewiesen, später in Damaskus und Beirut studierte. Die Habashi bzw. Ahbash sind Sunniten mit Elementen von Schia und Sufi-Spiritualität und gelten als ausgesprochen friedfertig. Ihre Körperschaft ist die “Association of Islamic Charitable Projects” (Jamʿiyyat al- Mashariʿ al-Khayriyya al-Islamiyya).

http://www.allislam.de/

42 Verfassungsschutz entdeckt islamistisches Netzwerk. DIE WELT, 24.04.2008

http://www.welt.de/welt_print/article1933023/Verfassungsschutz_entdeckt_islamistisches_Netzwerk.html

43 Zum Islam als Universalheilmittel vgl. Seite 220, zu Kapitel 6 FN 4, („al-hall“) in: Emmanuel Sivan, Menachem Friedman: »Religious Radicalims & Politics In The Middle East«

http://books.google.de/books?id=VukXiI6cvN4C&printsec=frontcover#v=onepage&q&f=false

44 In Deutschland, persönliches Erlebnis, NRW 2004. Ein hagerer Maschinenbaustudent, zivilisationskritisch, moralisch, asketisch; allzeit mit grauem Kittel, auf dem Kopf die kunstvoll gewirkte weiße Kappe.

45 Above that is murshid of tasfiyya, the spiritual guide of elimination and filtration. That level there will be a elimination and filtration they see who can go forward, and the filter and sift all kinds of bad manners out and throw it out. Then the highest level is the murshid at-tarbiyya, which is the spiritual guide of education or enlightenment, and giving the guidance, the real guidance

http://abuumar.multiply.com/journal/item/16/The_Spiritual_Guide_Part_2

46 „Partei der Befreiung“ nenn sich eine in Deutschland verbotene, in Dänemark erlaubte Kalifatsbewegung: Hizb ut-Tahrir (Ḥizba t-Taḥrīr‎)

http://www.hizb-ut-tahrir.org/

DAS KALIFAT: „Hizb-ut-Tahrir ist eine politische Partei, deren Ideologie der Islam und deren Ziel die Wiederaufnahme der islamischen Lebensweise ist. Dies soll durch die Errichtung des Islamischen Staates geschehen, der die Ordnungen und Systeme des Islam umsetzt und die islamische Botschaft in die gesamte Welt hineinträgt.“

http://www.islam-projekte.com/kalifat/kalifat/_rubric/index.php?rubric=20

47 Adnan Özden: „Von einem Kopftuch-Verbot halte ich persönlich nichts. Außerdem bin ich wegen der Geschlechtertrennung tatsächlich dagegen, dass Jungs und Mädchen zusammen Sport machen.“

http://www.rp-online.de/niederrheinsued/moenchengladbach/nachrichten/Wir-distanzieren-uns-von-Islamisten_aid_894173.html

48 EMMA In NRW unterrichten Schriftgläubige.

http://www.emma.de/hefte/emma-ausgaben-2004/maerzapril-2004/in-nrw-unterrichten-schriftglaeubige/

49 Scharia angeblich reformfähig – Buchvorstellung mit Mathias Rohe.

http://www.buchtest.de/blog/scharia-angeblich-reformfaehig-buchvorstellung-mit-mathias-rohe/

50 »Lohn und Strafe im Diesseits und Jenseits«

http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/lohn_und_strafe_im_diesseits_und_im_jenseits_1.3981865.html

51 Prof. Abdullahi Ahmed An-Na’im, originally from Sudan, is Charles Howard Candler Professor of Law at Emory Law School. An internationally recognized scholar of Islam and human rights, and human rights in cross-cultural perspectives, Professor An-Na’im teaches courses in human rights, religion and human rights, Islamic law, and criminal law.

http://www.flw.ugent.be/cie/CIE2/an-naimcv.htm

http://els449.law.emory.edu/aannaim/

http://www.youtube.com/watch?v=Yg3hLdJLrOY

http://www.youtube.com/watch?v=N9U0fwOzPXA

52

http://www.hrw.org/de/news/2009/08/17/irak-morde-homosexuellen-stoppen

53

http://www.hrw.org/de/news/2008/09/14/f-nf-aktivisten-erhalten-human-rights-watch-awards

54 Speech by His Eminence Dr. Mustafa Ceric, Grand Mufti of Bosnia-Herzegovina. A DECLARATION OF EUROPEAN MUSLIMS* BY MUSTAFA CERI_ GRAND MUFTI OF BOSNIA INTRODUCTION

http://www.idfr.gov.my/en/index2.php?option=com_content&do_pdf=1&id=144

55 Mustafa Ceric: THE CHALLENGE OF A SINGLE MUSLIM AUTHORITY IN EUROPE

http://springerlink.com/content/40280g3825750494/fulltext.pdf

56

http://www.chrislages.de/pdf/cig_mi_2007_1.pdf

57

http://www.eugen-biser-stiftung.de/veranstaltungen_preis0.html

58

http://www.backtoislam.com/ebook-milestones-by-sayyid-qutb/

59

http://www.witness-pioneer.org/vil/Books/Q_LP/

60 Muhammad Ali Jinnah: „It is extremely difficult to appreciate why our Hindu friends fail to understand the real nature of Islam and Hinduism. They are not religions in the strict sense of the word, but are, in fact, different and distinct social orders, and it is a dream that the Hindus and Muslims can ever evolve a common nationality, and this misconception of one Indian nation has troubles and will lead India to destruction if we fail to revise our notions in time. The Hindus and Muslims belong to two different religious philosophies, social customs, litterateurs. They neither intermarry nor interdine together and, indeed, they belong to two different civilizations which are based mainly on conflicting ideas and conceptions. Their aspect on life and of life are different. It is quite clear that Hindus and Mussalmans derive their inspiration from different sources of history. They have different epics, different heroes, and different episodes. Very often the hero of one is a foe of the other and, likewise, their victories and defeats overlap. To yoke together two such nations under a single state, one as a numerical minority and the other as a majority, must lead to growing discontent and final destruction of any fabric that may be so built for the government of such a state.“

http://en.wikipedia.org/wiki/Two-Nation_Theory

Muhammad Ali Jinnah

http://en.wikipedia.org/wiki/Muhammad_Ali_Jinnah

61 „Hindus und Moslems haben verschiedene religiöse Hintergründe, haben ein anderes Alltagsleben und eine andere Literatur. Sie heiraten nicht untereinander und essen auch nicht miteinander, da sie zu zwei verschiedenen Kulturen gehören, die auf widersprüchlichen Ideen und Konzepten beruhen.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Zwei-Nationen-Theorie

Muslimliga (All-India Muslim League)

http://de.wikipedia.org/wiki/All-India_Muslim_League

62

http://www.onelawforall.org.uk/new-report-sharia-law-in-britain-a-threat-to-one-law-for-all-and-equal-rights/

Inhalt

Oktober 26, 2010

01. Offener Brief an den Oberbürgermeister

Keine salafistische Lehrstätte in Mönchengladbach. Offener Brief an den Oberbürgermeister der Stadt Mönchengladbach, Norbert Bude und an die Ratsmitglieder der Stadt Mönchengladbach. Von Gabi Schmidt und Edward von Roy, am 04.08.2010.

02. Nachbetrachtung zur Demonstration am 16.08.2010

Gabi Schmidt zieht Bilanz zur Demonstration am 16.08.2010 im Mönchengladbacher Ortsteil Eicken, an der nahezu 300 Bürgerinnen und Bürger teilgenommen haben.

03. Offener Brief an die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Mönchengladbach, Brigitte Brouns.

Zwei Mönchengladbacher Sozialpädagogen fordern die städtische Beuaftragte für Gleichstellung, Frau Brouns auf, die Öffentlichkeit über den Salafismus zu informieren, der eine jugendgefährdende, menschenfeindliche und dezidiert frauenverachtende Strömung des fundamentalistischen Islam ist. Von Gabi Schmidt und Edward von Roy, 09.08.2010.

04. Bürgerbewegung Eicken. Pressemitteilung und Einladung zum Treffen Eickener Bürger und Unterstützer am 27.08.2010

Wir wollen keine Nachbarn, welche die Demokratie für eine falsche Religion halten. Einladung zur Bürgerversammlung am Freitag, den 27. August 2010 um 20.00 Uhr in der Mehrzweckhalle am Eickener Marktplatz. Autor(en) unbekannt, signiert mit Bürgerbewegung Eicken, Erstveröffentlichung bei: Die Achse des Guten (“Willkommen in Mönchengladbach!”), 24.08.2010.

05. Rückblick auf die Bürgerversammlung vom 28.08.2010 im Mönchengladbacher Stadtteil Eicken

400 Menschen kamen zusammen, um ihren Protest gegen die Islamschule zu organisieren. Mönchengladbachs Integrationsratsvorsitzende Gülistan Yüksel gibt sich empört, die Kritiker der Salafiyya würden “Öl ins Feuer gießen”, wie Henryk M. Broder berichtet. Die Versammlung war ein eindrucksvolles Bekenntnis zur freiheitlichen Demokratie, gestaltet von Menschen, die nicht bereit sind, das für alle geltende Grundgesetz im Namen der Religionsfreiheit abzuschaffen. Der von Reinhold Schiffers eingebrachte Entwurf einer Eickener Erklärung wurde nicht verabschiedet. Von Gabi Schmidt.

06. »Islamschule ist …?«

As-salafiyya und drohende deutsche Rechtsspaltung. Ein Beitrag des Diplom-Sozialpädagogen Edward von Roy, 31.08.2010.

07. Çiftçi als Indikator

Demokratieschwund zwischen wertebeliebiger Postmoderne und salafistischer Gegenmoderne. Warum ist Deutschland, warum ist Mönchengladbach für den islamischen Fundamentalismus jetzt besonders vulnerabel, verletzbar? Zusammenstellung einzelner Kommentare Karsten Hilchenbach, 16.-30.08.2010.

08. Eickener Erklärung 02.09.2010

Auf dem Weg zur Eickener Erklärung, Textfassung vom 02. September. Mit dem ältesten Typ (26.08.2010, als Handzettel in der Mehrzweckhalle) der Eickener Erklärung gemeinsam wurde auch dieser verbesserte Text zu Hunderten am Folgetag auf dem Protestmarsch zum Abteiberg an interessierte Passanten ausgeteilt. Die Eickener Erklärung, Ausdruck eines demokratischen Prozesses der Entwicklung, konnte nicht beim anonym gehaltenen und missverständlichen Handzettel aus der Mehrzweckhalle stehen bleiben.

09. »Aufruf zum freiheitlich demokratischen Bürgerprotest«

Zum Demonstrationszug vom Eickener Markt zum Mönchengladbacher Abteiberg am 03.09.2010 stellt Sozialpädagogin Gabi Schmidt, die für die Demonstration vom 16.08. verantwortlich war, an der nahezu 300 Menschen zum Thema Islamschule miteinander ins Gespräch kamen, einen Text zusammen. Mönchengladbach, 01.09.2010.

10. Auf dem Weg zur Eickener Erklärung, Textfassung vom 05. September

Gute dreißig Änderungsvorschläge sind in diese Fassung der Eickener Erklärung eingegangen, dankeschön an allen, die an dieser Weiterentwicklung mitgewirkt haben. Ein lesenswertes Ergebnis allemal. Die endgültige, vielleicht: diese Fassung der Eickener Erklärung könnte bei einer Bürgerversammlung demokratisch verabschiedet werden.

11. In der Zange. Der freiheitliche Rechtsstaat zwischen Islamismus und Nationalismus

Die organisierten Fremdenfeinde und Nationalisten aus NPD, REP und PRO NRW versuchen, aus dem Mönchengladbacher Problem mit der salafistischen Gruppe politisches Kapital zu schlagen und sich als Retter gegen die morgenländische Invasion darzustellen. Die weltbürgerlich gesonnenen Mönchengladbacher fallen darauf nicht herein, sondern lesen: »Eine rechte Allianz gegen den Islam? Warum eine jede konservative Partei antiislamischen Selbstverständnisses das Werk der Muslimbruderschaft fördert«.

12. Sven Lau

Der ehemalige Berufsfeuerwehrmann Sven Lau begab sich auf den salafistischen Weg ins Paradies und nennt sich nun Abu Adam. Sein Nachbar Karsten Hilchenbach schreibt ihm einen Brief.

13. Ein Ständchen dem Integrationsrat

Satire. Ein multikulturalistisch ausgerichtetes Gremium wird nicht Integration bewirken, sondern Segregation. Der Integrationsrat gab eine pompös angekündigte Erklärung zu Scheich Ciftcis Islamschule ab, doch der von Gülistan Yüksel geführte Rat ging zum Menschenbild und Gesellschaftsmodell der Salafiyya mit keinem Wort auf Distanz. Das Volkslied »Bunt sind schon die Wälder« brauchte deshalb unbedingt einen neuen Text.

14. Bürger, kein Gottesknecht!

Anlässlich der erfolgten Vereinsgründung (BÜRGER FÜR MÖNCHENGLADBACH) gegen die Ansiedlung der zentralen Lehrstätte der extremistischen Bewegung Einladung zum Paradies denkt Karsten Hilchenbach über das Schweigen der Politiker zum Mehrstufenrecht der Scharia und den Begriff des citoyen nach, des Bürgers.

15. »Eine Zwischenfrage, Herr Pfarrer …«

Unter die Lupe genommen: »Stellungnahme des Vorsitzenden des Verbandes der ev. Kirchengemeinden in Mönchengladbach, Pfr. Dietrich Denker, zu den Aktivitäten des Vereins „Einladung zum Paradies“ im Stadtteil Eicken« (15.09.2010). Von Karsten Hilchenbach.

***

15. Evangelische Kirche und Salafisten

September 24, 2010

اﻟﻤﺴﻴﺤﻴـﺔ

al-masiḥīya

Le christianisme

The christianity

Christentum

»Eine Zwischenfrage, Herr Pfarrer …«

Von Karsten Hilchenbach. Der Christ und Säkulare Hilchenbach ist Mitglied der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) und richtet Zwischenfragen an Pfarrer Dietrich Denker aus Mönchengladbach. Denker hatte kurz zuvor den salafistischen Führer »Abu Anas« besucht, Schulleiter einer Online-basierten, vom Verfassungsschutz beobachteten Fernuniversität.

»Islamschule« heißt eine Lehrstätte, die nach dem wahhabitischen bzw. salafistischen Curriculum der 1961 gegründeten Islamic University of Madinah (IU) arbeitet. Die Fachbereiche der medinensischen IU heißen beispielsweise »Faculty Of Shari’a (Islamic Law)« oder »Faculty of Da’awah & Fundamentals of Islam«, akademische Grade lauten Bachelor degree in Sharia Law (LLB) oder Universal Master Degree (M.A) in Islamic jurisprudence.

Die Absolventen der IU, vier Fünftel sind Nichtsaudis aus aller Welt, sind offensichtlich gegenüber einer expansiv bis revolutionären Islamauffassung nicht immun. Islamist Scheich Ahmad Kutty aus Toronto etwa studierte an der IU und will in Kanada glaubensbasierte Schiedsverfahren (faith-based arbitration) einführen. Der indonesische Politiker Hidayat Nur Wahid betreibt mit seiner an der Muslimbruderschaft orientierten und die terroristische palästinensische Ḥamās unterstützenden „Partei für Wohlstand und Gerechtigkeit“ (Prosperous Justice Party, Partai Keadilan Sejahtera (PKS)) Sozialwerke, kämpft gegen Korruption, Drogen und Pornographie und fordert die landesweite Einführung des islamischen Gottesgesetzes. Ein dritter IU-Absolvent stammt aus Deutschland (Braunschweig) und wird inzwischen Scheich Abū Anas genannt.

Die in Saudi-Arabien ausgebildeten Schariafachleute sind offenbar geneigt, nach erfolgreichem Studium zurückgewandert, auf säkulare Systeme von Familiengericht, Standesamt, Schiedsamt oder Anwaltskanzlei zu verzichten und ihren künftigen Klienten, den muslimischen Endverbrauchern, den Weg ins Paradies islam-juristisch arbeitend zu ebnen. Der einzelne „Muslimbürger“ darf allerdings nicht gegen die Scharia verstoßen und ist im Alltag auf „islamisch korrektes“ Verhalten zu überwachen. Die Revolutionäre der archaischen Justiz des Fiqh verstehen sich als Seelenretter. Wir sind jedoch Bürger, keine Religionsbürger.

Die Gefahr einer religiös begründeten Rechtsverschiedenheit rückt bei einer Vielzahl von nach Europa zurückkehrenden IU-Absolventen bzw. bei der erfolgreichen Multiplikatorentätigkeit auch ganz weniger Heimkehrer in die Nähe. Es ist daher dringend zu prüfen, ob unser Rechtsstaat durch eine gelehrte Scharia auf lange Sicht bedroht und die Islamschule mitsamt dem Verein Einladung zum Paradies (EZP) zu schließen ist, das gilt auch für das französische, der Muslimbruderschaft nahe stehende Institut Européen des Sciences Humaines (IESH). Im Sinne des Schutzes der AEMR und des One Law For All hat ein freiheitlicher Demokrat, also auch ein Christ, eine jede Rechtsspaltung selbstverständlich zu verhindern.

Das koranbasierte und schariakonforme Welt- und Menschenbild der bislang in Braunschweig und künftig wohl in Mönchengladbach tätigen Lehranstalt ist notwendigerweise kulturrassistisch, frauenfeindlich und antidemokratisch. Weil das totalitäre Gesetz der Scharia unserer EKD aber offensichtlich als „Religion“ gilt, fühlte sich der christliche Klerus der Stadt Mönchengladbach zum Dialog berufen und eilte flugs zum Gespräch mit den beiden Salafisten Muhamed Seyfudin ÇİFTÇİ und Sven LAU. Der mit Pierre Vogel im EZP tätige Scheich ist prinzipieller Steinigungsfreund und billigt das durch den Ehemann betriebene Frauenprügeln (Koran 4:34).

Im bosnischen Bürgerkriegsgebiet war Çiftçi genannt Abū Anas zwischen 1992 und 1994 als schariakonformer „Sozialarbeiter“ für die (nach Spendensammlungen für die Ḥamās inzwischen verbotene) Internationale Humanitäre Hilfsorganisation (IHH) tätig. Çiftçi ist Sohn eines Funktionärs der von Necmettin Erbakan gegründeten und einen türkischen Gottesstaat erstrebenden Millî-Görüş-Bewegung und möchte, dass jede fromme Frau sich mit einer Burka (gespensterhafter schwarzer Überwurf, Handschuhe, Gesichtsschleier) vollständig verhüllt. Seine engsten männlichen Mitstreiter sind in den letzten Wochen der Bevölkerung am linken Niederrhein durch altarabisch anmutende Gewänder und lange Bärte sowie durch einen illegalen Kindergarten, eine ungenehmigte Moscheebaustelle und mehrere nächtliche öffentliche Gebetsproteste aufgefallen.

Dietrich Denker signiert folgende offizielle Erklärung.

Verband Evangelischer Kirchengemeinden in Mönchengladbach

Stellungnahme des Vorsitzenden des Verbandes der ev. Kirchengemeinden in Mönchengladbach, Pfr. Dietrich Denker, zu den Aktivitäten des Vereins „Einladung zum Paradies“ im Stadtteil Eicken vom 15.9.2010

Hätte man nicht sagen müssen, dass der „Verein“ vom Verfassungschutz beobachtet wird und warum?

In seiner Sitzung am 15.9.2010 hat der Vorstand unseres Verbandes über eine Stellungnahme zu den Aktivitäten des Vereins „Einladung zum Paradies“ beraten. Das abschließende Ergebnis liegt hiermit vor.

Die konfliktvolle Entwicklung zwischen den Bürgerinnen und Bürgern im Stadtteil Eicken und dem Verein „Einladung zum Paradies“, in Verbindung mit der Ankündigung einer Ansiedlung einer Islamschule beschäftigt viele Mitglieder der evangelischen Gemeinden in der Stadt. Es werden Ängste der Bürgerinnen und Bürger vor islamistischen Tendenzen, einer aggressiven Mission und einer rigiden und traditionalistischen Ausübung des Islams deutlich.

Sind die angeblich irgendwie Verängstigten jetzt Angsthasen oder Phobiker? Haben die Demonstranten denn etwa keine Argumente, sondern nur Ängste? Werden die „Bürgerinnen und Bürger im Stadtteil Eicken“ in ihrer Mentalität beziehungsweise Aktion hier als ursächlich oder mitursächlich am Konflikt gemacht? Warum erfährt der Leser nicht ein einziges Wort über die Konflikte?

In einem Gespräch mit Vertretern des Verbandes der evangelischen Gemeinden machten Muhamed Ciftci (Vorsitzender des Vereins und Leiter der Islamschule) sowie Sven Lau (Vorstandsmitglied des Vereins) deutlich, dass es nicht ihrer Absicht entspräche einen Konflikt oder Ängste hervorzurufen. Vielmehr sei es ihr Ziel, einen Islam zu lehren, der zu seinen Wurzeln zurückkehre und sich allein auf den Koran und die Offenbarungen Mohammeds so wie seiner unmittelbaren Gefährten bezöge. Allein dieser reine Islam, sei von allen weiteren Überlieferungen und kulturellen Einflüssen der letzten Jahrhunderte gereinigt.

Die Kirchenvertreter sprechen also mit politreligiösen Radikalen, die auf einen kulturrassistischen Gottesstaat (Allahkratie) hinarbeiten und die Apostatenmord und Steinigung rechtfertigen. Nichtmuslime und Frauen sind in diesem islamischen Gemeinwesen zu Ehre Allahgottes auf charakteristische Weise juristisch herabzusetzen, was Pfarrer Denker nicht weiß oder verschweigt.

Herr Ciftci und Herr Lau grenzten sich aus religiösen Gründen ausdrücklich von jeder Gewaltanwendung und damit auch von Ehrenmord, Zwangsheirat und Unterdrückung der Frau ab. Sie verurteilten alle Strömungen im Islam, die solches förderten. Auch wurde zugesichert, dass Menschen, die zur Ausübung von Gewalt aufrufen würden oder von denen bekannt würde, dass sie Gewalt ausüben, nicht in der Moschee geduldet würden und bei den staatlichen Behörden angezeigt würden.

Leugnet die örtliche Evangelische Kirche die Herabsetzung der Frau in Koran und Scharia? Wenn sie die Deklassiereng der Frau im islamsichen Recht erkennt und bekennt, wie hat sie dann die schariaverteidigenden Herren Ciftci und Lau einzuschätzen, sind Abu Anas und Abu Adam nun zwei Islamunkundige, zwei Lügner oder zwei Ex-Muslime? Oder kann es sein, dass die wissenschaftlich nachweisbare Diskriminierung der Frau im orthodoxen Islam salafistenseits als wahres weibliches Glück dargestellt wird, doch wenn das so ist, billigt die EKIR diesen Ausstieg aus den für alle geltenden wissenschaftlichen und rechtlichen Normen? Ist die Scharia durch Nichtmuslime künftig bitte gar nicht mehr zu bewerten?

Im Vergleich mit unserem christlichen Glauben gibt es jedoch unüberbrückbare Unterschiede, die das interreligiöse Gespräch erschweren.

Und was ist mit dem „Vergleich“ zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, sieht Pfarrer Denker keine große bzw. „unüberbrückbare“ Differenz? Haben die so genannten Christen schlicht das Glück oder Pech gehabt, dass ihre Doktrin (vielleicht) mit der AEMR übereinstimmt? Falls die Scharia gegen das Grundgesetz verstößt, wieso erklärt die Kirche dann den „Dialog mit dem Islam“ nicht zum Demokratierisiko?

Entsprechend der Glaubensüberzeugung von Muhamed Ciftci sind z.B. alle, die nicht den von seinen Glaubensbrüdern und -schwestern gepredigten Glaubensweg gehen, verflucht.

Ersetzt hier das geistlose Miterleben die nüchterne Außenansicht? Gibt es im wissenschaftlichen Sinne oder in der gelebten kulturellen Moderne „Fluch“, soll, darf es Verfluchungen aus evangelischer Sicht wirklich geben? Falls die EKD bzw. ihre Gottheit kein Verfluchen im Programm hat, billigt sie es, dass andere religiöse Gemeinschaften Verwünschungen, Schadenszauber oder Heilsverweigerung pädagogisch vermitteln dürfen, etwa Minderjährigen?

Damit sei nach seinem Verständnis des Islam ausgesagt, dass am Ende der Tage alle Menschen vor Allah erscheinen müssten. Die aber, die nicht den Glaubensweg des reinen Islam gewählt hätten, würden dann von Allah verflucht und vom Einzug ins Paradies ausgeschlossen, da sie ja den Weg zur Buße und zum rechten Glauben nicht gefunden hätten.

Die Kopftuchverweigerinnen und sonstigen Schariavermeider gelangen nicht lediglich niemals in die ewige Gottesnähe, sie müssen unendlich qualvoll und vielleicht auf ewig im Feuer der Verdammnis brennen. Warum sind die Worte Teufel und Hölle, zentrale Bestandteile der koranbasierten Doktrin, an dieser Stelle übergangen worden?

Einer Verfluchung aller Andersgläubigen, oder gar einem gewaltsamen Kampf gegen sie durch die Rechtgläubigen sei damit aber keineswegs das Wort geredet. Lediglich das Urteil Allahs über diese stünde fest. „Einladung zum Paradies“ wolle vielmehr Andersgläubige bzw. Ungläubige für den wahren Glauben nach der Weise des reinen Islam gewinnen.

Nichtmuslime sind also aus salafistischer bzw. streng islamischer Sicht als Menschen sittlich geringeren Wertes zu beschreiben. Darf den so genannten muslimischen Kindern empfohlen werden, auf die nicht gottesfürchtig lebenden Kinder mit Hass, Ekel oder Mitleid herabzusehen?

Auf der Basis dieser fundamentalistischen Glaubensüberzeugung ist ein Dialog, der über das Kennenlernen der jeweiligen religiösen Überzeugungen hinaus geht, weder von christlicher noch von islamischer Seite möglich.

Warum steht hier nicht: Wir empfehlen allen unseren Gemeinden, Gruppen und evangelischen Einzelpersonen, den Kontakt zu Islamschule / EZP zu vermeiden? Ist Jugendschutz nicht wichtig, wo sind die Bildungsseminare evangelischer Jugendarbeit, die vor dem ungleich behandelnden islamischen Recht warnen und die das Menschenbild der Salafisten begründet verwerfen?

Auch das gemeinsame Gespräch auf gesellschaftlicher bzw. kultureller Ebene stößt an seine Grenzen, da von Seiten der Glaubensbrüder und –schwestern des Vereins „Einladung zum Paradies“ schon aus religiösen Gründen um der Reinheit des wahren Islam Willen jegliche Form der kulturellen Integration abgelehnt werden muss.

Ein misslungenes Gespräch ist sicherlich unangenehm, aber geht es nicht um die universellen Menschenrechte bis zum Recht auf Leben, körperliche Unversehrtheit, sexuelle Selbstbestimmung und Meinungsfreiheit? In was hinein soll eigentlich in Deutschland in Zukunft integriert werden, in ein für jeden Menschen zugängliches, ungeschmälertes Grundgesetz oder in die Scharia bzw. in die Schariatoleranz? Sollte man angesichts einer Strömung, die den Schleier und Gesichtsschleier fordert und die Zweitfrau sowie die Kindbraut billigt, nicht gerade auch die Gleichberechtigung von Mann und Frau ausdrücklich erwähnen?

Schon die Anpassung an hiesige Bekleidungsarten oder so selbstverständliche Verhaltensweisen wie Begrüßungsgesten sind mit ihren religiösen Überzeugungen oft nicht vereinbar. So werden Frauen von Männern und Männer von Frauen aus religiösen Gründen niemals mit Handschlag begrüßt.

Die Burka ist recht neu in Mönchengladbach, das stimmt, sollen wir den Gesichtsschleier aber künftig einfach tolerieren? Was bitte wird denn noch so alles „aus religiösen Gründen“ getan, sehr geehrter Herr Pfarrer Denker, im Iran oder weltweit: Wird auch „aus religiösen Gründen“ gesteinigt? Geschieht das von asch-Schiha geforderte Frauenprügeln, das entsprechende islamische Buch (Frauen im Schutz des Islam) ist im Januar 2010 in Salafistenkreisen beschlagnahmt worden, denn etwa nicht „aus religiösen Gründen“? Und wenn Frauenprügeln unreligiös ist, hat asch-Schiha dann den Islam nicht verstanden oder ist er ein Islamapostat? Der nach eigenem Bekunden christlich empfindende Dietrich Denker weiß, dass salafistenseits im Namen der Religion Gewalt gegen Menschen ausgeübt werden soll, außerhalb des staatlichen Gewaltmonopols. Ist derlei Toleranz christlich oder wenigstens verfassungskonform?

Sollen wir als die „Hiesigen“ den „Bekleidungsarten“ ein wenig entgegenkommen, damit der Kontrast zwischen Burka und Nichtburka etwas weniger ins Gewicht fällt? Ist es jetzt evangelischerseits ganz offiziell, dass der verweigerte Handschlag dem Bereich des Religiösen und religiös zu Duldenden zugerechnet wird? Warum kein Wort zum Konformitätsdruck, zur innermuslimischen Bespitzelung auf „islamisch korrektes“ Wohlverhalten?

Im Sinne der Religionsfreiheit und der Toleranz ist allen Menschen das Recht einzuräumen, ihren Glauben nach ihren Überzeugungen zu leben.

Muhamed Seyfudin Ciftci sagt doch nichts anderes. Wo geht es denn hier zur Auspeitschung, wo zur Imam-Ehe für eine Viertfrau?

Die religiöse Vielfalt ist ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft.

Ex-Muslime werden von Pfarrer Denker leider nicht empfangen, säkular-muslimische Texte von Seyran Ateş und Necla Kelek nicht in Mönchengladbachs evangelischen Gemeindebriefen veröffentlicht, Kritik an Scharia und Fiqh wird von den betreffenden Schriftleitern seit Jahren ganz bewusst unterschlagen. Herr Denker, Sie sollten sich schämen.

Solange kein Rechtsbruch geschieht und kein Gesetz übertreten wird, muss unsere Gesellschaft es aushalten können, dass in ihr auch das nach unserer Überzeugung Falsche gesagt und geglaubt werden kann.

Geht das nicht deutlicher, kommen die evangelischen Funktionäre lediglich zur Erkenntnis, dass das Grundgesetz eine feine Sache ist?

Es bleibt die Aufgabe der staatlichen Behörden, jegliche Verletzung staatlichen Rechts, besonders der Grundrechte, zu unterbinden, bzw. zu ahnden.

Die sprichwörtliche Kurve ist gekratzt und der Pfarrer freut sich über die rechtsstaatlich legitimierte, nachvollziehbare und gründliche Arbeit von Polizei und Verfassungsschutz. Den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im evangelischen Verantwortungsbereich wird weiterhin nichts Kritisches über das islamische Recht beigebracht, der EKD ist die Scharia unantastbar.

Für ein angstfreieres Miteinander ist das gegenseitige Kennenlernen und miteinander Reden wünschenswert.

Man wünscht ein mutigeres Miteinander – Zivilcourage oder Waghalsigkeit? Ruft Denker mich jetzt zum Dialog mit Neonazis und Scientologen auf, damit ich meine „Ängste“ abbaue?

Dies erfordert die Bereitschaft aller Beteiligten einander mit Respekt zu begegnen, die Menschenwürde des Einzelnen zu achten und Sorgen und Ängste auf beiden Seiten ernst zu nehmen.

Welche Menschenwürde meint Dietrich Denker, diejenige der OIC-Charta (Kairo 1990) oder diejenige der AEMR (Paris 1948)? Täterarbeit zur Resozialisation muss geleistet werden, und sicherlich mag der Hells-Angels-Führer oder Salafistenscheich irgendwelche ungeklärten Lebensprobleme mit sich tragen („Ängste auf beiden Seiten“). Können wir aber ernsthaft damit rechnen, dass der Hemmungslosere und Machtverliebtere von zwei Gesprächspartnern auf seinen Vorteil verzichten wird?

Für unsere Gemeindeglieder gilt es, im Rahmen ihrer Möglichkeiten Mitverantwortung für das Zusammenleben zwischen den Kulturen und Religionen zu übernehmen.

Soll die Stadt Mönchengladbach in ein Gefüge von zunehmend abgeschotteten Religionsvölkern zerfallen, deren Führer immer lauter und immer mehr nach „Harmonie“ und „Dialog“ schreien und einander zwischenzeitlich mit Friedens- und Toleranzpreisen bekränzen? Soll die mehrstufig privilegierende (diskriminierende) Scharia im Familienrecht implementiert werden, damit „Mitverantwortung“ zur aufregenden Herausforderung wird? Ist die Apartheid der Religionsvölker, wie sie in Malaysia, Indien, Ägypten oder im Libanon unnötig leidvoll und kulturell vormodern bzw. gegenmodern gelebt wird, für die Evangelische Kirche ein akzeptables „Zusammenleben“? Wünscht die EKD die zunächst im Familienrecht realisierte Scharia, will die Kirche („allen Menschen das Recht einzuräumen, ihren Glauben nach ihren Überzeugungen zu leben“) die im Namen der praktizierten Religion betriebene Rechtsspaltung?

Vorsitzender des Verbandes der ev. Kirchengemeinden in Mönchengladbach,

Dietrich Denker, Pfarrer

Karsten Hilchenbach, Gemeindemitglied

14. Bürger für Mönchengladbach

September 21, 2010

الديمقراطية

ad-dīmuqrāṭīya

Demokratie

Bürger sein, kein Gottesknecht!

Aus Mönchengladbach berichtet Karsten Hilchenbach anlässlich einer Vereinsgründung gegen die Ansiedlung der zentralen Lehrstätte der extremistischen Bewegung Einladung zum Paradies. Zur drohenden Rechtsspaltung, zum Schweigen der Politiker und zum Begriff des Bürgers.

Bürger für Mönchengladbach nennt sich ein gestern, am 20. September 2010 gegründeter Verein, der die Bürgerinitiative Eicken als den Protest gegen die drohende Ansiedlung der salafistischen (gewaltnah-gegendemokratischen) Lehrstätte einer »Islamschule« (EZP, Einladung zum Paradies) unterstützen wird.

Dem Verein hat einen beschwerlichen politischen Weg vor sich, letztlich ein deutschlandweites Verbot des Vereins EZP / Islamschule zu erreichen.

Der Name ist klug gewählt: Bürger, Staatsbürger, das ist das, was uns von den Radikalen aller Couleur unterscheidet, mögen sie nun Stalin, Hitler oder Mohammed in der Fahne führen. Bassam Tibi hat immer wieder darauf hingewiesen, dass der so genannte Muslim ein citoyen sein muss, die so genannte Muslima eine citoyenne. Professor Tibi warnte gut begründet vor Lehreinnenkopftuch, Scharia (ewige islamstaatliche Doktrin, islamisches Recht) und Fiqh (sakrale Rechtspraxis, Shariah Court / »Islamic Sharia Council«).

Wir müssen die religiös begründete Rechtsverschiedenheit verhindern, islamische Gerichtshöfe wie das Islamic Sharia Council, 34 Francis Road, London, kann es in der kulturellen Moderne nicht geben und sind abzuschaffen (1).

Das EU-Mitglied Griechenland muss die Rechtsspaltung beenden und endlich die Scharia aus dem Familienrecht werfen, damit dort keine dreizehn- oder elfjährigen Mädchen islamisch verheiratet werden, um wenige Monate später als schwangere Ehefrau in Düsseldorf aufzutauchen. Kindbraut ist für uns kein Way to Allah, sondern Kindesmissbrauch.

„Es ging um eine Elfjährige, die hier mit ihrem 22-jährigen Ehemann lebte. Das Paar meldete sich sogar mit Heiratsurkunde an. Am Mittwoch sollte sich der Grieche Hassan N. (damals 20, heute 22) vor Gericht verantworten, weil er eine 12-Jährige geschwängert hatte (2).“

„Arrangierte Ehen, ohne dass die Brautleute sich vorher zu Gesicht bekamen; zwölfjährige Kinder, die zwangsweise verheiratet werden; Frauen, die nicht wissen, dass sie ein Recht auf Scheidung haben und die im Falle einer Scheidung das Sorgerecht an ihren geschiedenen Mann verlieren – allesamt Phänomene, die dort auftreten, wo die Scharia herrscht (3).“

Saudi-Arabiens ranghöchster Kleriker will auch in Zukunft kleine Mädchen im Namen der Religion des Islam verheiraten lassen. Allah ordnet an, der Scheich spricht, Pierre Vogel ist informiert, Norbert Bude schweigt. Abd al-Aziz bin Abdullah Aal asch-Schaich:

„A girl aged 10 or 12 can be married. Those who think she’s too young are wrong and they are being unfair to her.“ … „We should know that Shariah law has not brought injustice to women (4).“

Nur ein säkularer Staat kann eine freiheitliche Gesellschaft sein. In Deutschland leben Staatsbürger, keine Angehörigen von Glaubensnationen. Wir Bürger für Mönchengladbach sind Atheisten oder säkulare Religiöse, jeder von uns betet oder betet nicht, ohne seine bürgerlichen Rechte damit zu verlieren. Wir sind keine atheistische Bewegung und erst recht sind wir keine Kreuzritter, Abendlandretter oder bewegte Bibeltreue.

Wir wollen die Trennung von Staat und Religion, eine Trennung, welche die Freiheit erst schafft, nicht zuletzt die Religionsfreiheit. In Saudi-Arabien oder im Iran gibt es keine Religionsfreiheit, dafür gibt es dort gratis ganz viel Scharia, sogar für diejenigen, die sie gar nicht wollen. Die Scharia aber behandelt ungleich (diskriminiert), vor allem werden die Frauen vom islamischen Recht herabgesetzt.

Mönchengladbach im Namen zu führen ist angemessen, die mündigen Menschen in Aachen oder Wuppertal können sich schließlich selber organisieren. Vor allem aber darf es bei unserem Protest gegen die Lehrstätte des Muhamed Seyfudin Ciftci niemals um den Mönchengladbacher „Stadtbezirk Nord“ gehen oder gar um eine geographische Struktur innerhalb des Stadtbezirks Nord, andernfalls hätten wir auf dem Alten Markt gar nicht demonstrieren dürfen.

Dass Adnan Özden (VIKZ), TDIV (Türkisch-Deutscher Integrationsverbund) und Gülistan Yüksel (Integrationsrat) es nicht vermocht haben, oder, wie ich meine: es ganz bewusst vermieden haben, sich von der totalitären und frauenfeindlichen Ideologie der Wahhabiten und Salafisten zu distanzieren, ist zu erwarten gewesen. Der völlig schariakonform argumentierende TDIV erhielt einen lesenswerten Kommentar (5).

Die Rheinische Post titelte am 16.08.2010 zwar »Wir distanzieren uns von Islamisten«, doch was Imam Adnan Özden dann im Text brachte, hatte mit der Titelzeile gar nichts zu tun, sondern war ein Bekenntnis zur Geschlechtertrennung (Scharia) und zum Kopftuch (auch Scharia) (6).

Ein zweites Mal arbeitete die Rheinische Post bemerkenswert ungenau und ließ am 17.09.2010 ihre Titelzeile ungefähr das Gegenteil von dem verkünden, was der zugehörige Text belegt: »Integrationsrat lehnt radikale Islamschule ab«. Im anschließenden Text kein Wort davon, dass Gülistan Yüksel zum demokratiegefährdenden Menschenbild und Gesellschaftsmodell der Wahhabiten bzw. Salafisten auf Distanz gegangen wäre (in der Tat äußert die Kopftuchfreundin und Vorsitzende des Mönchengladbacher Integrationsrates kein Wort gegen die Scharia) (7).

Der Landesintegrationsrat Nordrhein-Westfalen (LAGA) ist die Gemeinschaft der kommunalen Migrantenvertretungen. Gülistan Yüksel sitzt seit April 2000 im Vorstand (mit Muhammet Balaban, Tayfun Keltek usw.), wo man am 02.11.2005 engagiert für das Lehrerinnenkopftuch kämpft: „Die LAGA NRW lehnt ein generelles Kopftuchverbot für muslimische Lehrerinnen, wie es der Gesetzentwurf der Koalition aus CDU und FDP vorsieht, ab (8).“

Diplom-Ingenieur Balaban (stellvertretender LAGA-Vorsitzender; Vorsitzender des Integrationsrates Essen) will, in aller Toleranz und Vielfalt versteht sich, Kopftuch und Burka im Klassenzimmer möglich machen: „Ab der Pubertät steht jeder eigenverantwortlich vor Gott. Die Mädchen entscheiden dann selbst, wie sie sich kleiden (9).“

2007 erhielt Gülistan Yüksel das Bundesverdienstkreuz am Bande und zwei Jahre später warb sie im Fachbereich Soziale Arbeit der Hochschule Niederrhein öffentlich für die arrangierte Ehe. Yüksel befürwortet den interreligiösen Dialog und kritisiert die im August 2010 entstandene Bürgerinitiative im Mönchengladbacher Stadtteil Eicken, die sich gegen die Ansiedlung der von Muhamed Seyfudin Çiftçi betriebenen Islamschule wehrt. Die protestierenden Bürger würden “Öl ins Feuer gießen”, so Yüksel. Das darf man zweimal lesen, nicht die Burkahändler und Steinigungstheoretiker des revolutionären Salafismus also gießen das sprichwörtliche Öl, die Bürger gießen (10).

Den sexualmagisch begründeten und die Seele rettenden Hidschab betreffend meinte Nordrhein-Westfalens frisch gewählter Minister für Arbeit, Integration und Soziales auf die Frage „Wollen sie das Kopftuchverbot für Lehrerinnen wieder abschaffen?“ mit einem tolerant klingenden, völlig schariakompatiblen: „Wenn ein Kopftuch nicht aus politischen Gründen getragen wird, habe ich nichts dagegen. Ebenso wie ich nichts dagegen habe, dass Kreuze in Klassenzimmern hängen.“ Guntram Schneider (SPD) will also, ganz tolerant und wie beiläufig, das mühsam errungene Lehrerinnenkopftuchverbot kippen.

Minister Schneider rauschte pressewirksam zum Fastenbrechen in die Mönchengladbacher DITIB-Moschee, ausdrücklich, um sich in Sachen Eickener Islamschule zu positionieren, und schloss sich eben nicht den Demonstranten gegen die rückwärtsgewandte und auf Rechtsspaltung zielende wahhabitische / salafistische Weltanschauung an.

Die Scharia ist ein auf Ungleichbehandlung begründetes Rechtssystem. Innermuslimisch geht es um die geheiligte und heilssichernde Deklassierung der Frau, was natürlich laut schnatternd abgestritten wird. Die heutigen so genannten Muslime in aller Welt sind gewissermaßen erpressbar, denn die Herabsetzung der Frau (halbes Erbe, halbe Stimme vor Gericht) ist im Koran angelegt, und wer dem Koran widerspricht, ist ein Apostat, ein Mensch, der islamrechtlich gesehen noch weniger Wert ist als ein Dhimmi (Jude, Christ).

Guntram Schneider und Reinhold Schiffers denken an ihre politische Karriere und sprechen das Wort Scharia gar nicht erst aus, während der bosnische Großmufti Mustafa Cerić die Implementierung der Scharia im Familienrecht fordert. Mustafa Cerić, das im Beisein von Wolfgang Schäuble und Armin Laschet auch in Deutschland herumgereichte ECFR-Führungsmitglied aus dem der Muslimbruderschaft verpflichteten Netzwerk des radikalen Klerikers Yūsuf al-Qaraḍāwī, will das islamische Recht: „opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law (11).“ Europa droht die Rechtsspaltung.

Die Scharia als Gehorsamsdoktrin und Staatsmodell, Werkzeug der vermeintlichen Seelenrettung sowie kulturrassistische und frauenfeindliche Rechtspraxis kollidiert mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) und dem Grundgesetz. Jeder Mensch in Deutschland ist daher gehalten, sich der citoyenneté verpflichtet zu fühlen statt der islamischen Gottesknechtschaft der ʿabdīya (bzw. ʿubūdīya, slavehood, servanthood), er oder sie ist citoyen oder citoyenne, kein politreligiöser „Gottesknecht“.

Die heiligen Bücher der Menschheit sind geschrieben und verdienen, soweit private Lust besteht oder berufliche Notwendigkeit, unsere nüchterne Betrachtung (Außenansicht), an sie brauchen wir auch gar nicht mit dem Rotstift zu irgendeiner Korrektur heranzugehen, denn der Apostatenmord ist ebenso „islamisch korrekt“ wie demokratisch untersagt. Koran und Hadithen sind hierzulande eben keine Verfassungsgrundlage, auch nicht in der Eickener Straße 164.

Wir nehmen die Integration sehr ernst – allerdings die Integration ins Grundgesetz, nicht ins islamische oder sonstige Gottesgesetz. Da wir der AEMR verpflichtet sind, die auch im Namen der so genannten Religion nicht außer Kraft zu setzen ist, können wir uns grundsätzlich an die Beschreibungen und Empfehlungen der Sozialwissenschaftlerin, Islamkritikerin und Frauenrechtlerin Necla Kelek (12) halten. Als ein Aktivist der Bürgerinitiative Eicken und Teilnehmer der gestrigen offiziellen Vereinsgründung möchte ich sagen: Wir, die Bürger für Mönchengladbach, sind auf dem richtigen Weg.

Sagen wir: »Nein!« zu einer religiös begründeten Rechtsverschiedenheit, setzen wir das »Être citoyen«, den Bürgerbegriff gegen die schleichende Legalisierung der Apartheid der Religionsvölker.

Karsten Hilchenbach

(1) Very british? Richterliche Amtshandlung in Allahs Stellvertreterschaft, Seelenrettung per Aktenzeichen. Fiqh, Sakraljurisprudenz. Sehr klassisch, mit Vielweiberei und Frauenverstoßung.

http://www.islamic-sharia.org/

(2) Scharia pur: Prinzip Kindbraut

http://www.express.de/regional/duesseldorf/zwoelfjaehrige-bekam-in-zwangsehe-ein-baby/-/2858/705568/-/index.html

(3) Michael Kreutz: »In Europa, wo die Scharia noch gilt«, Transatlantic Forum, 14.09.2005

http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2005/106/europa-scharia/

(4) Allah, Mohammed, Pierre Vogel und Sven Lau billigen das kleine Mädchen verheiratende und schwängernde saudi-arabische Familienrecht (Scharia). Scheich und Großmufti: Abd al-Aziz bin Abdullah Al asch-Schaich.

http://articles.cnn.com/2009-01-17/world/saudi.child.marriage_1_saudi-arabia-deeply-conservative-kingdom-top-saudi-cleric?_s=PM:WORLD

http://edition.cnn.com/2009/WORLD/meast/01/17/saudi.child.marriage/index.html

(5) Eine offizielle Erklärung zur Islamschule gab der Mönchengladbacher »TDIV, Türkisch-Deutscher Integrations-Verbund« ab, der Mönchengladbacher Diplom-Sozialpädagoge Edward von Roy lichtet den Nebel mit einem lesenswerten Kommentar.

http://www.bz-mg.de/brauchtum-gesellschaft-menschen/integration-nachbarschaft/islamschule-erklarung-des-turkisch-deutschen-integrationsverbund-tdiv.html

(6) »Wir distanzieren uns von Islamisten«, sagt der Schariafreund. Schilda pardon Mönchengladbach und der Özden-Effekt. Gelebtes Shariah Law (šarīʿa) umfasst den Schleier (textile Markierung der Frau als eine dem Männerrecht unterworfene, das Weltgericht Fürchtende und lediglich prekär Tugendhafte: ḥiǧāb, pers. pardā) ebenso wie die Gender-Apartheid (physical segregation of the sexes, ebenfalls ḥiǧāb, pers. pardā). Adnan Özden: „Von einem Kopftuch-Verbot halte ich persönlich nichts. Außerdem bin ich wegen der Geschlechtertrennung tatsächlich dagegen, dass Jungs und Mädchen zusammen Sport machen.“

http://www.rp-online.de/niederrheinsued/moenchengladbach/nachrichten/Wir-distanzieren-uns-von-Islamisten_aid_894173.html

(7) »Integrationsrat lehnt radikale Islamschule ab« – so zwar nicht der Text und schon gar nicht die Realität in der niederrheinischen Schildbürgerstadt, aber wenigstens die Titelzeile ist es, welche die Islamschule ablehnt (versteckt wird also für eine „unradikale“ Islamschule geworben).

http://www.rp-online.de/niederrheinsued/moenchengladbach/nachrichten/Integrationsrat-lehnt-radikale-Islamschule-ab_aid_907525.html

(8) Die LAGA (Landesintegrationsrat Nordrhein-Westfalen: Tayfun Keltek, Muhammet Balaban, Gülistan Yüksel usw.) will das Lehrerinnenkopftuch.

http://laga-nrw.de/xd/public/content/index.html?pid=195

(9) Was für ein Zufall, du trägst dein Kopftuch auch freiwillig, und du auch, und sogar eine Burka? LAGA-Aktivist Muhammet Balaban glaubt nicht, dass muslimische Eltern ihre Kinder zum Kopftuchtragen zwingen: „Ab der Pubertät steht jeder eigenverantwortlich vor Gott. Die Mädchen entscheiden dann selbst, wie sie sich kleiden.“

http://www.express.de/regional/duesseldorf/hier-sind-kopftuecher-unerwuenscht/-/2858/765606/-/index.html

(10) Henryk M. Broder: »Als käme der Leibhaftige in die Stadt«, DER SPIEGEL, 30.08.2010. Broder weiß zur besorgten Gülistan Yüksel: »Freilich müsse man auch “die Ängste der Menschen ernst nehmen”. Nach der Versammlung sagt sie, die Bürgerinitiative würde “Öl ins Feuer gießen”. Dann geht sie heim, während die Einwohner von Eicken in kleinen Gruppen ratlos weiter diskutieren.«

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,714471-2,00.html

(11) Cerić (ECFR-Mitglied unter der weltweit geachteten sunnitischen geistlichen Autorität Hassprediger al-Qaraḍāwī) will das einheitliche und auf das Individuum (auch das atheistische und sogar das weibliche) bezogene Recht beenden: „opening the way for the Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law“ – liebe Mönchengladbacher: multikulti heißt Rechtsspaltung, kalifatsähnliche Struktur.

http://www.idfr.gov.my/en/index.php?option=com_content&task=view&id=144&Itemid=121

(12) Dr. phil. Necla Kelek. Beim Verlag Kiepenheuer & Witsch (KiWi) sind vier Bücher der Wissenschaftlerin erschienen, die Volkswirtschaftslehre und Soziologie studierte und in Greifswald promovierte:

Himmelsreise. Mein Streit mit den Wächtern des Islam (2010)

Bittersüße Heimat. Bericht aus dem Inneren der Türkei (2008)

Die verlorenen Söhne. Plädoyer für die Befreiung des türkisch-muslimischen Mannes (2006)

Die fremde Braut. Ein Bericht aus dem Inneren des türkischen Lebens in Deutschland (2005)

http://www.kiwi-verlag.de/50-0-autorsuche.htm?id=4469

13. Ein Lied gegen den Salafismus

September 19, 2010

Liederliche Satire, dem absichtlich oder versehentlich ganz im Sinne der Scharia segregierend tätigen Integrationsrat der Stadt Mönchengladbach gewidmet (“Nachdem jedoch Peter-Johann Steier (Liste Yüksel) auch seine persönliche Meinung gegen die Salafisten in Eicken äußerte, wurde die Sitzung unterbrochen. Anschließend verlas Vorsitzende Gülistan Yüksel …”). Gesungen auf die Melodie »Bunt sind schon die Wälder« (Worte: Johann Gaudenz von Salis-Seewis 1782), die Johann Friedrich Reichardt 1799 erfand. Die Herkunft des Textes ist unbekannt, Volkslied vom Niederrhein.

Herrschaftszeiten,

der Scheich kommt!

Ach, die Salafisten,

wissen Sie, wir müssten

toleranter sein.

Diese jungen Frommen

wollen zu uns kommen,

beten, keusch und rein.

Viele Frauen im Schleier

sind euch nicht geheuer?

Man gewöhnt sich daran!

Burkas machen glücklich,

ehrbar und sind schicklich,

Mädchen, zieh eine an!

O welch frohe Kunde,

die Scheich Ciftci zur Stunde

ausgerufen hat:

Gott gibt Menschenrechte!

Allahs frohe Knechte

strömen in die Stadt.

Lauschet den geehrten

Führern und Gelehrten:

Gott bringt Information.

Fatma und Maria

brauchen die Scharia,

für ihre Integration.

Menschenrecht im Plural,

Abdurrahim Vural

spürt die neue Zeit.

Polygames Leben

ist sehr zu erstreben.

Allahkratie macht sich breit.

Den Islam zu stören,

Grundgesetze beschwören,

das ist nicht gemeint.

Burka tolerieren,

Ehen arrangieren:

sei kein Fremdenfeind!

Volkslied vom Niederrhein, Melodie: »Bunt sind schon die Wälder«

Gitarre:

D D A D

h h G D.

e D EA +A

D D G G

e e A A

D A D D

***

12. Mein Nachbar. Sven Lau

September 10, 2010

أبو آدم

»Abū Ādam«

Sven Lau

Quo vadis, Sven Lau?

Aus dem Kommentarbereich der Rheinischen Post. Der im Westen Nordrhein-Westfalens gelegenen Stadt Mönchengladbach droht die Ansiedlung der bislang in Braunschweig ansässigen extremistischen Islamschule, die der wahhabitisch bzw. salafistisch ausgerichtete Verein EZP / Einladung zum Paradies (um Muhamed Seyfudin Çiftçi genannt Scheich Abū Anas) betreibt. Die RP titelt am 10.09.2010: »Islamschule: Heute Kundgebung mit 350 Teilnehmern geplant«. Von Karsten Hilchenbach stammt diese höfliche und persönliche Ansprache, die er an einen jeden jungen Salafisten richtet, der an der seit mehreren Tagen andauernden Gebetsdemonstration teilnimmt.

Lieber gottesfürchtiger Demonstrant, lieber Sven Lau,

wenn ich dich heute auf dem Eickener Markt beten sehe, erkenne ich, dass dich der Islam interessiert und befürchte, dass der patriarchalische Fundamentalismus für dich attraktiv geworden ist. In der Sache nehme ich dich ebenso ernst wie als Mensch. Du bist mein Mitbürger und mein Nachbar – und das ist auch gut so!

Wenn du allerdings in Europa eine zweite, schariakonforme bzw. an der medinensischen Urgemeinde ausgerichtete Rechtsordnung aufbauen willst, muss ich dich enttäuschen und dein Anliegen zurückweisen, denn wir haben bereits ein Gesetz, an einem zweiten Rechtssystem besteht kein Bedarf und an einem ungleich behandelnden (diskriminierenden) Gesetz schon gar nicht.

Deine hoch politische Religion betreffend sind dir hierzulande jene Grenzen gesetzt, die durch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR, 1948) und das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (GG, 1949) begründet sind. Aus deiner Sicht mögen diese Grenzen eine ”Ungerechtigkeit” darstellen und sittlich minderwertig sein. Das Grundgesetz stammt nicht von einem Gott – und du hältst es trotzdem ein. Na bitte, geht doch.

Darf ich daher deinen heutigen Protest als dein engagiertes Einladen (ad-daʿwa) zur freiheitlichen Demokratie im Sinne von AEMR und GG verstehen, als dein Bekenntnis zur Gleichberechtigung von Mann und Frau? Lass es mich einstweilen so auffassen – und bitte informiere mich, falls ich mich irren sollte.

Lieber gottesfürchtiger Demonstrant, lieber Sven Lau, ich kenne die Reden von Pierre Vogel und Muhamed Seyfudin Çiftçi inzwischen ganz gut. Ein Weltbild, das keine Fragen offen lässt, auf Zwischentöne verzichten kann, Wissenschaftlichkeit für Teufelszeug hält und die Demokratie für eine falsche Religion.

Eine derartig platte, männlichkeitsverherrlichende und hierarchische Weltanschauung ist für junge Menschen in Mönchengladbach offensichtlich faszinierend. Das besorgt mich, die Zukunft der Stadt betreffend.

Dass du der Salafīya folgst, ist sehr schade, denn dir entgeht viel vom Leben.

Doch ist die Beschädigung größer und umfasst nicht nur dich selbst. Als Salafist wirst du, kalkuliert oder tragisch, dazu beitragen, anderen Menschen im Namen der angeblich himmlischen Religion sehr irdisches Leid zuzufügen. Deiner Frau etwa und deinen Kindern, denen ich ein Leben wünsche, das nicht von der angeblich die Seele rettenden Gehorsamsdoktrin der Wahhabiten bzw. Salafisten geprägt ist, sondern von der kulturellen Moderne und dem wissenschaftlichen Denken. Deine Angst vor der Höllenstrafe ist unbegründet und mittelalterlich und schüchtert Kinder ein.

Heute willst du, wie ich sehe, das in seinen Wurzeln 1.400 Jahre alte islamische Wohlverhalten praktizieren und nimmst in Kauf, dass deine Sektenangehörigen dich, deine Lebensführung, deine Bekleidungs- und Ernährungsgewohnheiten und sogar deine Intimität und Sexualität kontrollieren. Das solltest du als Totalitarismus erkennen und möglichst bald ablegen. Es gibt säkulare Muslime, auch in Mönchengladbach-Eicken, es gibt zufriedene Ex-Muslime.

Also verzage nicht, ”Gib nicht auf …” (Buchtitel von Sven Lau), es gibt immer einen Ausweg aus Fundamentalismus und Fanatismus.

Die frauen- und männerfeindliche Burka ist keinesfalls angeboren (es gibt kein Kopftuch-Gen), und was auch immer dir der Mufti oder Scheich erzählen mag: Als Individuum stehst du unter dem Schutz des Grundgesetzes, auch als Glaubenszweifler und sogar als Frau.

Beende dein Infantilität oder Machtgeilheit verratendes Streben, die Menschheit in Liebenswerte und Hassenswerte aufzuspalten. Sag Ja zum säkularen Staat und Nein zum islamischen Familienrecht von Kindbraut und Zweitfrau.

Beten oder Nichtbeten kannst du schließlich immer noch privat, Koranlektüre muss nicht automatisch zur persönlichen Sucht oder zum revolutionären Ruf nach einem Kalifat führen.

Sag Nein zur Deklassierung der Frau. Jede Frau hat bereits hier auf der Erde die vollen bürgerlichen Rechte und nicht erst im Paradies.

Karsten Hilchenbach

11. Antimoderner Islamismus, antimoderner Nationalismus

September 9, 2010

الأسلمة

Islamisierung

Eine rechte Allianz gegen den Islam?

Warum eine jede konservative Partei antiislamischen Selbstverständnisses das Werk der Muslimbruderschaft fördert. Ein Gleichnis von Edward von Roy

Zwei Jahre vor der nationalsozialistischen Machtergreifung in Deutschland schuf der im Jahre 1904 im katalanischen Figueres / Figueras (Provinz Girona / Gerona) geborene Salvador Dalí (Salvador Felipe Jacinto Dalí i Domènech, Marqués de Púbol, † 1989) sein weltbekanntes, heute oft als »Die zerinnende Zeit« bekanntes Werk »Die Beständigkeit der Erinnerung« (Originaltitel: La persistencia de la memoria), an dem uns gewisse weiche Uhren interessieren sollten, namentlich diejenige, die, einem nassen Wäschestück auf der Leine nicht unähnlich, auf einem Ast oder Zweig ganz langsam und zähelastisch in die Richtung ihrer mutmaßlich irreparablen Selbstentformung zerläuft.

Was im Europa und Nordamerika dieser Jahre zunehmend amorph wird und seiner Entwerdung zurinnt, ist die säkulare sprich freiheitliche Demokratie und was auf ihre Kosten an Härte und Schärfe gewinnt, ist das ewige Schariagesetz mit seiner ebenso geheiligten wie barbarischen Rechtskultur der Geringerstellung aller Frauen und Nichtmuslime. Schariaverweigerung verhindert schließlich den Platz im Paradies.

Den Kölner Seelenfänger und Hassprediger Pierre Vogel („Way to Allah“) sollten wir politisch ernst nehmen, befinden wir Islamgegner oder auch nur Nichtmuslime uns aus seiner Sicht doch schlicht auf dem Way to Hell. Sayyid Abū l-Aʿlā al-Maudūdī brachte es in simpler Sprache auf den Punkt: Säkulare Demokratie beziehungsweise Demokratisierung wird, da man nicht zwei Herren dienen kann, nur von den Parteigängern des Satans vorangetrieben, dein Herr muss aber Allahgott bleiben, andernfalls wirst du und wird deine Familie dereinst im schmerzlichen Höllenfeuer schmoren und bist du kein Muslim, sondern Apostat.

Das Zifferblatt des nahezu acht Jahrzehnte alten Bildes stehe heute gleichnishaft für unsere freiheitliche Lebensform, die Uhrzeiger sind in der absoluten Mitte der Gesellschaft verankert, in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.

Der orthodoxe Islam zielt auf die Ungleichbehandlung der Frauen und Nichtmuslime und kann deshalb mit dem 1948 in New York festgelegten Zentrum unverhandelbarer menschlicher Würde, wie er traurig guckend bedauert, nichts anfangen. Die Parteigänger Allahgottes müssen das säkulare Zifferblatt also unbrauchbar machen, aus der Form bringen, um die Nadeln aller heilssichernden irdischen Messinstrumente gewissermaßen an der Kaaba in Mekka zu befestigen oder an der extrem schmalen und rutschigen Brücke über jene höllische Feuergrube, die alle Seelen zu überschreiten haben, um ins Paradies zu gelangen.

Der Teufel muss also wieder politisch werden und unsere Parlamentsbeschlüsse und wissenschaftlichen Diskurse inspirieren, Jahrzehnte nach Sigmund Freud und Hannah Arendt haben es unsere Koranpolitiker namens Tariq Ramadan und Ayyub Axel Köhler dabei nicht einfach. Wären sie auf diesem steinigen Pfad alleine, fiele das sehr auf und würde ihre „Religionsfreiheit“ als Islamische Revolution ruchbar, als Staatsstreich.

Kollegen müssen also her, die über den Verdacht jeder Islamsympathie erhaben sind: Der äußersten Rechten angehörende Islamgegner sind eine ideale Besetzung, ersatzweise tun es auch die Freunde aus dem Lager der bibeltreuen amerikanischen Kreationisten und der diktatorischen Führung aus Peking, die beide aber sich in Europa bisher eher rar machen. Nein, eine im mittlerweile üblichen, schlampigem Sprachgebrauch „rechts“ betitelte Partei ist aus Sicht der Muslimbrüder vonnöten (wir freiheitlichen Demokraten sollten extrem rechts beziehungsweise rechtsextrem sagen), damit die Kooperation mit den Nichtmuslimen (Islamisierung Europas) beginnen kann.

Europas Koranpolitiker nutzen Europas reaktionäre Antiislamisten: Man hat ein Stück des Wegs das gleiche Ziel und kann sich also einstweilen derartig laut beschimpfen, dass das in Ausdünnung befindliche säkulare Bürgertum die Übersicht verliert und das Fußvolk der jeweils eigenen Bewegung gleich mit.

Ein noch so schwerer Hammer kann nicht erfolgreich in die Luft schlagen, sondern bedarf eines Widerlagers, um etwa eine Kokosnuss erfolgreich zu zertrümmern. Der Hammer ist der politische Islam, sein Amboss die europäische beziehungsweise transatlantische politische Reaktion, die sich selbst bald als abendländisch, wertkonservativ, „rechts“ oder auch als nationalistisch beziehungsweise rechtsradikal etikettieren mag, die heterogenen Blöcke jedenfalls schmelzen unter Allahgottes heißem Lichtglanz zu einem einzigen ehernen Amboss zusammen, der die Kokosnuss des Rechtsstaats doch eigentlich knacken müsste.

Die Islamisierung ist eben von mehrfacher Arbeitsteiligkeit: Muslimischerseits werden bekennend schariazentrierte Wölfe und Brandstifter (CAIR, Mustafa Cerić, IGD und ZMD) zeitgleich mit Feuerlöschern und Schafspelzen (Tariq Ramadan, Bekir Alboğa, KRM, Mathias Rohe) in Umlauf gebracht sprich auf Dialogbühnen und in Ministerien geschickt. Andererseits unterliegen die demokratieskeptischen Antiimperialisten und Kapitalismuskritiker (Sabine Schiffer, Beate Sträter) der radikalen Linken ganz im Sinne der europäischen und US-amerikanischen Kalifatwerdung derselben Nutzbarmachung wie Europas zeitgenössische Nationalisten und Neofaschisten von Jean-Marie Le Pen bis zur British National Party (BNP).

Links- und Rechtsradikale sind schließlich ihrerseits an der Überwindung der als dekadent eingestuften Demokratie hoch interessiert. Die Tuchfühlung zwischen Ḥizb at-taḥrīr (HuT) und NPD mag die spektakulärste zweipolige Zerrkraft (an der zerrinnenden Uhr der sich am weitesten bodenwärts neigende Teil des verdoppelten Zipfels) der nach Kräften ziehenden Demokratiefeinde darstellen, den sehr viel weiteren Bereich der zunehmend nebelverhangenen Grenzen der FdGO aber umgeben Lager wie die bieder und dialogbereit daherkommende Diyanet İşleri Türk İslam Birliği, abgekürzt DİTİB oder wie die medial kalkuliert als Gegenspieler des Islam antretende und ebenfalls in Köln ansässige Bürgerbewegung pro Köln und die sie umwölkenden, zwielichtigen „Pro“-Bewegungen.

Die heute gleichnishaft verwendete Uhr das katalanischen surrealistischen Malers jedenfalls wird durch die Demokratieverdrossenen oder von der Demokratie unbelastet Gebliebenen „aller Länder“ wie auf einer Streckbank einigermaßen gequält, die Universalität der Menschenrechte und die Pressefreiheit beginnen bereits, an schöner Form, sprich an Verlässlichkeit zu verlieren.

In diesem Sinne wird eine jede „rechte“ (rechtsradikale?) Partei antiislamischen Selbstverständnisses dem Ziel der Iḫwān al-Muslimūn, der Muslimbruderschaft zuarbeiten, nicht zuletzt durch die nachfolgende öffentliche Plausibilität einer als „gerechtes Gegengewicht“ zu gründenden oder bereits vorhandenen und in Rathäuser und Parlamente hinein wählbaren politischen Islampartei.

Möge sich die gelegentlich durchaus vernünftig argumentierende niederländische Partij voor de Vrijheid (PVV) dieser Gefahr bewusst sein und kein Beförderer dessen werden, was Europa droht und was vor Jahrzehnten im südlichen Asien als Zwei-Nationen-Theorie (Two-Nation Theory) segregierend und sezessionistisch aktiv wurde. Berücksichtigen heißt Machteinräumen, und auch eine Anti-Koran-Politik wäre eine Koranpolitik: AEMR und bundesdeutsches Grundgesetz sind ja bereits vorhanden, gelten also auch für Töchter muslimisch sozialisierter Eltern und Großeltern und müssen lediglich durchgesetzt werden.

Wir brauchen keine Lex Islam, das ist beiden Seiten zu sagen, den Parteigängern der Scharia ebenso wie den nationalen Revolutionären oder sonstigen politischen Antiislamisten. Ein von der PVV geforderter „fünfjähriger Zuwanderungsstopp für Muslime“ müsste unsere säkulare Lebensweise sehr bedrohen, weil damit das Muslim-Sein zum staatsbürgerlichen Merkmal ernannt werden würde – hier phantasiert die Freiheitspartei um Geert Wilders sozusagen kongenial und völlig im Sinne von Tariq Ramadan und Mustafa Cerić. Wilders Kurzfilm »Fitna« bleibt trotz derlei politischer Fehleinschätzung allerdings sehenswert.

Die Möglichkeiten, das Werkzeug der wählbaren Partei gegen den Parlamentarismus zu richten, erlebte Europa bereits, nur zwei Jahre, nachdem der geniale Dalí die beschriebenen Uhren auf seiner Leinwand weich werden ließ.

Die sich nicht nur im Karneval frohgemut gebende Mitte der Gesellschaft sollte sich Sorgen machen, dass ihre Zeit nicht abläuft! Zur Verhinderung der islamkonformen Religionspolitik brauchen wir Mancherlei, Unbestechlichkeit etwa und Zivilcourage sowie den Einsatz gegen Korruption und für die Universalität der Menschenrechte.

Ganz gewiss aber keine „rechten“ Parteien.

Edward von Roy

La persistencia de la memoria – Die Beständigkeit der Erinnerung. Salvador Dalí 1931. Politischer Islam und (vorgeblich) islamhassender Rechtsextremismus ziehen, nicht am selben Strick, aber in die gleiche Richtung. Mag doch das Zifferblatt des AEMR-zentrierten Rechtsstaates zerreißen wie ein überdehntes Gummiband, morgenländische und abendländische Frauen gehören schließlich nicht in die Arbeitswelt, sondern in Küche und Kinderzimmer – wissen die Demokratiefeinde

http://rjdent.files.wordpress.com/2009/10/the_persistence_of_memory_1931_salvador_dali.jpg

Prinzip Amboss. Allahs Hammer braucht zur Zerschlagung der kulturellen Moderne eine verlässliche Arbeitsgrundlage, die rechtsextremistische Anti-Islam-Partei

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/41/Blacksmith_at_work02.jpg

10. Mönchengladbacher Erklärung

September 5, 2010

Mönchengladbacher Erklärung

Wir, die Mönchengladbacher Bürgerinnen und Bürger, sind gegen die Einrichtung der „Islamschule“ des Vereins Einladung zum Paradies. Wir wehren uns gegen demokratiefeindliche, grundrechtsverletzende und frauenfeindliche Bestrebungen. Dabei lassen wir uns von keiner politischen oder religiösen Strömung vereinnahmen und erklären:

Wir sind gegen Ganzkörperschleier (Burka) und Gesichtsschleier (Niqab), denn wir wollen offenen Blickkontakt mit allen unseren Nachbarn. Wir leben nicht mehr wie im Mittelalter in Stämmen oder Clans, wir haben keine Ghettoisierung in Juden-, Christen- und Moslemviertel. Für alle Menschen gilt dasselbe Recht, unabhängig von Geschlecht, Religion, Herkunft oder sexueller Orientierung. Jeder hat das Recht auf freie Partnerwahl oder das Recht, als Single zu leben, Ehen werden nicht durch die Familie arrangiert.

Gemeinsam mit allen Bürgern unserer Stadt wollen wir eine auf der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (1948) und dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (1949) beruhende Stadtkultur leben, in der Menschen selbstbestimmte Persönlichkeiten sind. Religion ist Privatangelegenheit, jeder Mensch kann die Religion wechseln oder religionslos sein.

Wir sind erschrocken, wenn Salafisten in unserer Nachbarschaft eine Islamschule betreiben wollen, an der gelehrt wird, die Demokratie sei eine „falsche Religion“, Islamapostaten müssten getötet werden, die Ehefrau solle ihrem Mann bedingungslos gehorchen und Nichtmuslime seien Menschen sittlich geringeren Wertes.

Wir sind alarmiert, dass Demokratiegegner in unserer Stadt die Glaubens- und Bekenntnisfreiheit dazu missbrauchen, den säkularen Rechtsstaat auf Dauer durch einen Gottesstaat (Kalifat) zu ersetzen. Wir lassen nicht zu, dass die erst nach Jahrzehnten mühsam errungene Gleichberechtigung von Mann und Frau nun im Namen der Religion außer Kraft gesetzt wird.

Wir wollen diese Islamschule nicht!

05.09.2010, V.i.S.d.P. Gabi Schmidt, i.so.l.de@gmx.de

09. Lichterkette gegen Islamschule

September 3, 2010

Aufruf zum freiheitlich demokratischen Bürgerprotest

Zum Demonstrationszug vom Eickener Markt zum Mönchengladbacher Abteiberg am 03.09.2010 äußert sich Frauenrechtlerin Gabi Schmidt, die für die Demonstration vom 16.08. verantwortlich war, an der nahezu 300 Menschen zum Thema Islamschule miteinander ins Gespräch kamen.

Mönchengladbach ist eine tolerante, menschenfreundliche Stadt mit mehr als 250.000 Bürgern, die seit Generationen als Demokraten und Nachbarn friedlich miteinander leben und arbeiten. Auch im Stadtteil Eicken ist man bereit, alle Neuankömmlinge in unserer Mitte willkommen zu heißen und sie mit gebührendem Respekt zu behandeln. Schon immer hat hier das Motto “Lott se doch, se donnt oss doch nix” (Lass sie doch in Ruhe, sie tun uns doch nichts) große Bedeutung.

Grundsätzlich akzeptieren Mönchengladbacher jeden Menschen als Mitbürger mit gleichen Rechten aber auch gleichen Pflichten. Zu einem Dialog auf Augenhöhe sind auch die Eickener bereit, solange die Gesprächspartner die in der Verfassung garantierten Grundrechte jedem zuerkennen und gemeinsam mit uns eine freiheitlich demokratische Gesellschaft aktiv gestalten und verwirklichen wollen. Universelle Menschenrechte sind allgemeingültig, unteilbar und nicht verhandelbar. Selbst wer die Demokratie für eine falsche Religion hält, verliert nicht seine Menschenwürde.

Wir Mönchengladbacher verteidigen aus innerer Überzeugung die Werte, Normen und Erkenntnisse der Aufklärung und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (Paris, 1948). Die Bürger unserer Stadt lehnen jeden menschenverachtenden Fundamentalismus und Extremismus ab, der den freiheitlich demokratischen Rechtsstaat zunächst für seine Machtinteressen missbrauchen, aushöhlen und letztendlich zerstören will. Bei unserem Engagement für die kulturell moderne, offene Gesellschaft lassen wir uns von keiner politischen Richtung vereinnahmen. Die Bürgerinitiative Eicken protestiert mit demokratischen Mitteln gegen die vom Verfassungsschutz beobachteten Aktivitäten der fusionierten islamistischen Vereine Masjid as-Sunnah und Einladung zum Paradies, ihre menschenverachtende, speziell frauenfeindliche Lehre und ihre so genannte Islamschule, die von Braunschweig nach Mönchengladbach umziehen will.

An diesem Institut wird Interessenten ein Online-Fernstudium des Islam fundamentalistisch salafistischer Ausrichtung in deutscher Sprache angeboten (andere Sprachen werden sicherlich folgen), das ein Frauen und Nichtmuslime diskriminierendes Weltbild vertritt, die Demokratie durch einen islamischen Gottesstaat ersetzen möchte und Lernende unmissverständlich auffordert die kulturell moderne offene Gesellschaft und ihre rechtsstaatlichen freiheitlich demokratischen Prinzipien zu verachten.

Wir hingegen wollen Chancengleichheit für alle Mitbürger. Junge Menschen sollen in einer Umwelt aufwachsen, die ihre individuelle Persönlichkeitsentwicklung, ganzheitliche Gesundheit und wissenschaftlich fundierte Allgemeinbildung förderlich unterstützt. Auch Frauen sollen gleich, abgesichert und gewaltfrei leben, überall auf der Welt. Daher rufen wir alle freiheitlich demokratischen Bürger in Mönchengladbach, Nordrhein-Westfalen, Deutschland, Europa, weltweit auf, uns durch offene Briefe, Demonstrationen, Protestmärsche, Lichterketten und ähnliche verfassungskonforme Initiativen zu unterstützen.

Wir, das Volk von dem alle Macht im Staate ausgeht, fordern unsere Stadträte, (Ober)Bürgermeister, Gleichstellungsbeauftragten und Fraueninitiativen auf, europäische Netzwerke gegen antidemokratischen, antiemanzipatorischen Fundamentalismus und Extremismus zu verstärken bzw. zu gründen, um sich gegenseitig zeitnah zu informieren, zu unterstützen und der Aufklärungspflicht den Bürgern gegenüber optimal nachkommen zu können. Eine solche Zusammenarbeit über Stadtgrenzen hinweg könnte wirksam dazu beitragen, flächendeckend die Ausbreitung menschenverachtender Ideologien einzudämmen, beispielsweise indem man den Antrag auf Sondergenehmigung für einen Infostand auf öffentlichen Plätzen ablehnt, öffentliche Gebäude und Räume nicht für Demokratie zersetzende Vorträge bereitstellt oder jugendgefährdende Medien verbietet.

Mönchengladbach, den 01.09.2010

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin

08. EICKENER ERKLÄRUNG

September 1, 2010

Eickener Erklärung

Wir, die Mönchengladbacher Bürgerinnen und Bürger sind gegen die Einrichtung der so genannten Islamschule des Vereins „Einladung zum Paradies“. Mit dieser Erklärung beziehen die Menschen in Mönchengladbach und insbesondere im Stadtteil Eicken deutlich Stellung und wehren sich gegen demokratiefeindliche, grundrechtsverletzende und frauenfeindliche Bestrebungen. Wir lassen uns dabei von keiner politischen Strömung vereinnahmen und erklären:

Wir sind gegen Ganzkörperschleier und Gesichtsschleier, denn wir wollen offenen Blickkontakt mit allen unseren Nachbarn. Gemeinsam mit allen Menschen in unserer Stadt wollen wir eine auf der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (1948) und dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (1949) beruhende Stadtkultur leben, in der Menschen autonome Individuen und säkulare Staatsbürger sind und keine Angehörigen von religiös definierten Stammeskulturen oder mittelalterlichen Religionsvölkern.

Wir sind erschrocken, wenn Salafisten in unserer Nachbarschaft eine Islamschule betreiben wollen, an der gelehrt wird, die Demokratie sei eine „falsche Religion“, Islamapostaten müssten getötet werden, der Ehemann solle seine Frau unterdrücken und Nichtmuslime seien Menschen sittlich geringeren Wertes.

Wir sind alarmiert, dass Demokratiegegner in unserer Stadt die Glaubens- und Bekenntnisfreiheit dazu missbrauchen, den säkularen Rechtsstaat auf Dauer durch einen Gottesstaat zu ersetzen.

Wir lassen nicht zu, dass die erst nach Jahrzehnten mühsam errungene Gleichberechtigung von Mann und Frau nun im Namen der Religion außer Kraft gesetzt wird.

Wir wollen diese Islamschule nicht!

Wir laden Sie ein, jeden Montag um 19:00 Uhr gemeinsam mit uns auf dem Eickener Markt für diese Ziele friedlich zu demonstrieren.

02.09.2010, V.i.S.d.P. Gabi Schmidt, i.so.l.de@gmx.de


Follow

Get every new post delivered to your Inbox.